Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
257
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Mineraliſche Duͤngungsmittel. 243

frach geworden. Dies iſt nämlich in den Gegenden geſcheben, wo der Kalk wohl⸗ 4 feil iſt, und man alſo verſchwenderiſch damit umging. H. 57. 7 Die Quantität des aufzufuͤhrenden Kalks wird ſehr verſchieden angegeben. Quantität der Das Geringſte, was man mit Rutzen aufgebracht hat, ſind 16 Scheffel per bealvingins. gen geweſen; aber ich finde auch Angaben, beſonders bei den Engländern, von 150 Scheffeln auf den Morgen, insbeſondere bei neu urbar gemachtem Lande. Es kommt dabei 1) auf die Qualitaͤt des Kalks an, ob er naͤmlich ziemlich rein oder mit vielem Thon oder Sand vermengt ſey, auch wenn man ihm dem Volu⸗ men nach mißt, ob er compakter oder loſer ſey. Ferner auf die Art des Bodens, indem der gebundene thonige Boden und der viele unzerſetzte Pflanzentheile ent⸗ haltende, moorige, aber trocken gelegte— denn auf feuchtem Boden thut der Kalk durchaus keine gute Wirkung— eine ſehr ſtarke Kalkung mit Vortheil ertra⸗ gen kann, der mehr ſandige aber einer geringern bedarf. Endlich iſt unter der Kalkduͤngung, die nur einmal unternommen werden, und derjenigen, die regulär abwechſelnd mit der Miſtduͤngung wiederkommen ſoll, ein Unterſchied zu machen. Jene nimmt man nur vor, um dem Acker auf einmal eine radikale Verbeſſerung, welche man ſich vom Kalk unter ſchon angegebenen Bedingungen verſprechen kann, zu geben; dieſe, um ihn fortdauernd in Fruchtbarkeit zu erhalten. Jene Kalkung muß ſehr ſtark, dieſe darf nur ſchwach ſeyn, und muß mit der Miſtduͤn⸗ gung im Verhaͤltniſſe ſtehenz denn man pflegt im letzteren Falle alle drei oder ſechs Jahre mit Miſt und Kalkduͤngung abzuwechſeln. Es giebt allerdings aber auch Gegenden, wo man drei bis vier Mal nach einander alle drei Jahre die Brache kalket, bevor man eine Miſtduͤngung giebt; wobei dann— der Acker. àußerſte erſchoͤpft worden iſt.

F. 58.

Ueber die Vortheile und Nachtheile der Kalkduͤngung findet man die auffal⸗ Widerſprůche tendſten Widerſpruͤche, aus welchen man ohne den Leitfaden einer richtigen Theo⸗ uͤber Kalkdün⸗ rie ſich gar nicht, mit demſelben aber ſehr leicht herauswickeln kann. Der Kalk, beſonders der friſch gebrannte, giebt durch ſein Anziehen oder Wiederab Jeben der Kohlenſaure den Pflanzen allerdings wohl einige wirkliche Nahrung, allein ſie iſt k von keiner großen Bedeutung, und ſeine Hauptwirkung beſteht darin, daß er den 5