Mineraliſche Duͤngungsmittel. 237
des Sommers ſtatt; ſelten aber iſt ein Sommer dazu hinreichend. Durch Ver⸗ mengung mit Miſt und mit gebranntem Kalk erleichtert man das Zerfallen, auch wohl durch das Einſäen von Pflanzen, deren Wurzeln in die Thonkloͤße eindrin⸗ gen, und dann untergepflugt werden. Bewirkt man die genaue Mengung nicht, ſo verdirbt man den Boden auf lange Zeit mehr, als daß man ihn verbeſſert, in⸗ dem die wenigſten Pflanzen es ertragen, daß ſie mit ihren Wurzeln auf ſo hetero⸗ gene Erdarten ſtoßen. Wenn ältere Schriftſteller und mündliche Sagen von ſol⸗ chen bewirkten Bodenverbeſſerungen erzahlen, ſo kann man wohl in den meiſten Fällen annehmen, daß die aufgefahrne Erdart ein mehr oder minder kalkhaltiger Mergel war. Noch vor kurzer Zeit nannte man in Hollſtein das Mergeln Erd⸗ oder Lehmfahren, und ohne von Mergel einen Begriff zu haben.
Nur von ſolchem Lehm oder Thon, der eine Reihe von Jahren der Atmo⸗ ſohaͤre ausgeſetzt in Erdwaͤllen, Erdmauern oder Wellerwanden, insbeſondere in der Naͤhe der Wohnungen und der Viehhoͤfe geſtanden, und aus der Atmoſphaͤre fruchtbare Stoffe angezogen hat, kann man eine wirklich duͤngende Wirkung er⸗ warten. Ein ſolcher Lehm zerfällt auch leichter, und mengt ſich mit dem Boden.
Auch hat man die lehmige und thonige Ackererde wohl gebrannt, und dadurch eine dauernde phyſiſche Verbeſſerung dieſes Bodens bewirkt. Da der Thon naͤm⸗ lich durch das Brennen ſeine waſſeranhaltende und bindende Eigenſchaft verliert, und dann, wenn er anders kruͤmlich bleibt, in Anſehung ſeiner phyſiſchen Quali⸗ täten dem Sande gleich wird, ſo iſt der Boden hierdurch lockerer geworden. Wahr⸗ ſcheinlich hat dieſes Brennen jedoch auch eine noch nicht genug erklärte chemiſche Wirkung.
§. 53.
Das Aufſahren des Sandes iſt wohl am haufigſten und mit dem groͤßten Vortheile auf reichhaltigen aber zu loſen und der Naͤſſe zu ſtark ausgeſetzten moddri⸗ gen Boden angewandt worden. Der aufgefahrne Sand ſenkt ſich allmählig von ſelbſt herab, und durchdringt die Moddererde, deren ſchwammige Conſiſtenz er zu⸗ gleich zuſammenpreßt. Er muß daher ſo viel moglich auf der Oberflaͤche erhalten werden, und er iſt am wirkſamſten geweſen, wenn man ihn nicht unterpfluͤgte, fondern in der Zeit, wo das Land zu Graſe lag, obenauf ſtreuete, wodurch auch zugleich der Graswuchs, wie durch einen kräftigen Duͤnger, vermehrt und ver⸗


