236 Mineraliſche Duͤngungsmittel.
Jene Verbeſſerung der phyſiſchen Eigenſchaft des Bodens durch die Vermen⸗ gung mit einer entgegengeſetzten Erdart iſt allerdings moͤglich, aber nur unter we⸗ nigen Umſtanden mit Vortheil ausfuͤhrbar.
Thonigen und zaͤhen Lehmboden mit Sand zu verbeſſern, oder auch umge⸗ kehrt den ſandigen Boden mit fettem Lehm, iſt beinahe nur dann ausfuͤhrbar, wenn der Untergrund aus dieſer entgegengeſetzten Erdart beſteht. In einigen ob⸗ gleich ſeltenen Faͤllen kann man es ſchon durch ein tiefes Pfluͤgen bewirken, wel⸗ ches dann aber mit Vorſicht ſo eingerichtet werden muß, daß man auch kein Ueber⸗ maas der untern und noch rohen Erde heraufbringe. Hefterer kann dieſe Erde nur durch Rajolen erreicht werden, oder durch ſogenanntes Kuhlen oder Wuͤhlen, wo man Gruben graͤbt und die erforderliche Erde herauswirft.
Muß die verbeſſernde Erdart von einem eutfernteren Plate hergeholt, oder aus einer betraͤchtlichen Tiefe herausgegraben werden, ſo wird die Sache ſo koſt⸗ ſpielig, daß nur beſondere Lokalitäten ſie oͤkonomiſch rechtfertigen koͤnnen. Denn um eine ſolche phyſiſche Verbeſſerung des Bodens zu bewirken, oder gleichſam einen neuen Boden zu ſchaffen, iſt eine ſo große Maſſe von Erde erforderlich, daß er in den meiſten Faͤllen zu theuer bezahlt werden wuͤrde. Man berechne, wie ſich die Beſtandtheile der aufzufahrenden Erdart gegen die Beſtandtheile des zu ver⸗ beſſernden Bodens verhalten, und wie viel demnach von jener erforderlich ſey, um in einer Krume von wenigſtens 8 Zoll Tiefe eine zweckmäßige Erdmiſchung zu be⸗ wirken. Hieraus ergiebt ſich naͤmlich das Kubikmaaß, welches man auf einer Flaͤche gebraucht, und danach laſſen ſich dann mit Ruckſicht auf die Lokalverhaͤltniſſe die Koſten des Ausgrabens, Ladens, Anfahrens und Verbreitens berechnen, oder durch eine mit Aufmerkſamkeit angeſtellte Probe ausmitteln. Dazu kommt aber noch, daß Sand mit Thon und Lehm, die nicht mergligt ſind oder keine Kalk⸗ theile enthalten, ſich ſehr ſchwer genau mit einander vermengen laſſen, weil dieſe nicht von ſelbſt zerfallen. Der Thonboden ſey mir Sand oder der Sand mit tho⸗ niger Erde befahren, ſo muß er haͤufig und zwar zuerſt ganz flach und allmählig tiefer durchgepfluͤgt, geegget, gewalzet und die Kloße mit Keulen zerſchlagen wer⸗ den. Zu dem allen muß immer derjenige Zeitpunkt gewaͤhlt werden, wo der Thon
gerade den Grad von Trockenheit hat, daß ſeine Schollen durch die Werkzeuge getrennt und zermalmt werden koͤnnen. Dies findet mehrentheils nur in der Mitte


