Ausfahrung des Modders,
Vermensung
des Modders.
232 Vegetabiliſche Duͤngungsmittel.
Den Modder unmittelbar aus ſeiner wlizerüng auf den Acker zu ſin. nur bei dem ganz krocknen rathſam. Den feuchten bringt man imuer Lerſt aufs Trockne, und laßt ihn hier wenigſtens ſo lange liegen, bis ſeine Feuchtigkeit völlig verdunſtet iſt, weil er ſodann ſehr zuſammenfaͤllt, und der Transport leichter wird. Das Ausbringen geſchieht mit Hand⸗ oder Pferdeſtuͤrzkarren. Letztere nimmt man gewoͤhnlich einſpaͤnnig. Welches vortheilhafter ſey, muß man ſich nach den Ortsverhaͤltniſſen berechnen. Wird er nur eine kurze Strecke fortgekarrt, ſo iſt in der Regel die Arbeit mit Menſchen, bei einer weiteren, aber die mit Pferden minder koſtſpielig. Zuweilen ſind aber auch die Pferdekarren gar nicht anwend⸗ bar, wenn naͤmlich der Grund, woruͤber gekarrt werden muß, zu ſunpfig iſt, ſo daß man Bretter uͤber den Weg herlegen muß.
Man ſucht die Arbeit in Verding zu betreiben, und macht dieſen estweder
nach Schachruthen oder nach Stuͤrzkarrenladungen. Ueber den Preis läßt ſich nur dies im allgemeinen ſagen, daß die Arbeiter dabei mehr, als bei gewoͤhnlichen Ar⸗ beiten verdienen muͤſſen, weil dieſe zu den beſchwerlichen und ungeſunden gehoͤrt. Eine ſtärkere Branntweinsconſumtion iſt ihnen dabei wirklich nutzlich.
Iſt es voͤllig zergangener Modder, ſo bringt man ihn in kleinere Haufen, da⸗ mit er um ſo eher abtrockne, und in der groͤßten Oberfläche der atmoſphariſchen Einwirkung ausgeſetzt ſeyo. Sind aber viele unzergangene Pflanzentheile darin, Moos und andere Waſſerpflanzen, ſo bringt man ihn, nachdem er etwas abge⸗ trocknet, in große Haufen, damit er ſogleich in Gaͤhrung und Hite komme, und jene Vegetabilien verweſen. Man befoͤrdert dies ſehr, wenn man ihm ſogleich etwas friſch gebrannten Kalk, Aſche oder auch friſchen Stallmiſt von Pferden zuſetzt.
Dieſe Zuſaͤtze ſind alsdann beſonders noͤthig, wenn der Modder Saͤure ent⸗ hält, und in dem Falle auch bei ſolchem, welcher ſchon voͤllig aufgeloſt iſt. Manch⸗ mal kann es rathſam ſeyn, mit dieſen Zuſaͤtzen zu warten, bis man ihn auf den Acker gefahren hat, wenn er anders daſelbſt nicht gleich verbreitet, ſondern erſt in Haufen aufgeſeßt werden ſoll, weil man ſich dadurch die doppelte Fuhre der zuzu⸗ ſetzenden Materialien erſpart. Es geſchieht jedoch nur bei ſchnell abtrocknendem Modder, den man bei dem Auskarren gar nicht in Haufen bringt, bald auf das Feld fahrt, wo er gebraucht werden ſoll.
Will


