Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
247
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Vegetabiliſche Duͤngungsmittel. 233

Will man von jedem Modder eine ſchnelle Wirkung haben, ſo iſt ein Zuſatz von thieriſchen Duͤnger eder von Alkalien und alkaliſchen Erden ſehr wichtig. Denn dadurch wird er bald auftöshich, und wie man ſagt lebendig. Jedoch iſt es,

wenn der Modder milde iſt, nicht immer noͤthig, ihn in den Haufen damit zu ver⸗ mengen. Man kann es auch, nachdem er auf dem Acker ausgeſtreuet worden, und dieſe Materien daruher her, durch fleißig wiederholtes flaches Pfluͤgen und Eggen thun. Die Verbindung des Mergels, beſonders des kalkreichen, des gebrannten Kalks, oder einer Miſthuͤngung mit der Modderung hat immer den auffallendſten Effekt gezeigt. Eine Miſtduͤngung braucht aber nur ſchwach, halb ſo ſtark wie eine gewoͤhnliche zu ſeyn, und man wuͤrde von einer ſtärkern, wenn man Getreide darnach einſaete, nur Lagerkorn zu beſorgen haben. Wendet man dagegen die Modderung ohne andere Dungung an, ſo hat man oft bei der erſten und ſelbſt bei der zweiten Frucht gar keine Wirkung davon, und hatte der Modder noch Säure, wohl eine nachtheilige. Indeſſen zeigt ſich die gute Wirkung doch immer in der Folge, mehrentheils vom dritten Jahre an, und dann um ſo nac chhaltiger.

Die Quantität, worin der Modder aufgefahren worden und aufzufahren ſey, Quantität des wird ſehr verſchieden angegeben; hier ſehr ſtark, eine Ladung von 16 Kubikfuß Wodders. auf eine Quadratruthe, folg 66 Ladungen auf 1 Morgen; dort ſehr ſchwach, 20 ſolcher Ladungen auf 1 Morgen; dort über 1 Zoll, hier 1 bis 2 Linien hoch. Es kommt dabei vorerſt auf die Beſchaffenheit des Modders an, ob er eine ſtarke Zumiſchung von Grunderden habe, oder zum großeren Theile aus wirklichem Mod⸗ der beſtehe. Manchmal hat ganz ſchwarzer Modder doch nur 8 bis 10 Prozent Humuͤs, und beſteht uͤbrigens aus Erde. Seine Auffuͤhrung kann dennoch hoͤchſt wirkſam ſeyn, beſonders wenn die Grunderde der Bodenart entgegengeſetzt iſt, aus geſchlemmten Thon beſteht, und auf Soandboden gebracht wird. Enthaͤlt er aber großtentheils nur Kieſelerde, ſo kann man von dieſer auf ſandigem Boden gar keinen Nutzen erwarten, und es koͤmmt nur der eigentliche Humusgehalt in Betracht. Hier wird alſo eine ſehr ſtarke Auffuhr noͤthig, wenn ſie zur erheb⸗ lichen Verbeſſerung des Bodens gereichen ſoll. Nach einer chemiſchen Unterſu⸗ chung des Modders wuͤrde man die L Quantitaͤt der Auffuhr etwa ſo zu beſtimmen ha⸗ ben, daß auf jeden Quadratfuß, der bei einer ſechszolligen Tiefe, alſo zum halben Kubikfuß gerechnet, beinahe 50 Pfund wiegt, doch mindeſtens 1 Pfund reiner

Zweiter Theil. 6g