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Vegetabiliſche Duͤngungsmittel⸗ 230
Er koͤmmt daher in ſeiner Wirkung der vegetabiliſchen Duͤngung am meiſten gleich, d. h. er iſt minder treibend und reizend, aber nachhaltend und nahrungsreicher, wie der chieriſche Düngert Man nennt ihn deshalb einen kuͤhlenden, fruchebauexn den Duͤnger.
Wir haben von der vrſchlcdenen Art und Beſi ſenpen d des Madders in dem Hauptſtuͤcke von der Agronomie geredet, und beſonders ſeinen ſaͤurefreien und ſau⸗ ren Zuſtand unterſchieden.
Es iſt ein großer Vortheil, wenn man einen ſolchen von der Natur ſeit Jahr⸗ tauſenden zuſammengehaͤuften und aufgeſparten Schatz von fruchtbarer Materie
auf ſeinem Grund und Boden findet. Und wie groß auch die Beſchwerlichkeiten
und Koſten ſeyn moͤgen, ihn heraus und auf den Acker zu ſchaffen, ſo werden ſie ſich doch immer belohnen und boch rentiren, wenn man nur das Kapital daran zu wenden vermag. Geſtehen muß man aber, daß dieſes oft beträchtlich ſey, und ſich nicht immer in den erſten Jahren wieder bezahle
Die Hauptſchwierigkeit bei dem Ausbringen des Modders iſt die, daß man ihn! erſt vom Waſſer befreie: denn es iſt ein ſeltener Fall, daß er trocken genug liegt. Zuweilen kann dies durch Abzugsgraben voͤllig erreicht werden; mehrentheils ſind aber die Sinken, worin er liegt, von Anhoͤhen ſo umgeben, daß ein hinlaͤnglich tiefer Durchſtich der letzteren zu ſchwierig wird. Hier muß man ſich mit Schoͤpfmaſchinen, Schneckenſchrauben oder Plumpen helfen, wodurch die Arbeit allerdings ſehr vermehrt wird. Man nimmt die Arbeit des Aus⸗ bringens entweder im Sommer oder auch im Winter beim Froſte vor. Im Fruͤhjahr und Herbſt iſt ſie, wenn die Arbeiter im Naſſen ſtehen muͤſſen, der Kaͤlte wegen kaum ausfuͤhrbar. Im heißen Sommer giebt beſonders derjenige Modder, der unter Waſſer geſtanden hat, und nicht ſchnell ganz trocken gelegt werden kann, eine ſehr ungeſunde Ausduͤnſtung, wovon die arbeitenden und in— der Nachbarſchaft wohnenden Menſchen leicht erkranken, beſonders Fieber be⸗ kommen. In manchen Fällen laßt ſich daher die Arbeit im Winter am beſten betreiben, wenn man das Waſſer im Spaͤtherbſt hat ablaſſen koͤnnen. Jedoch wird ſie wegen des Loshauens des gefrornen Modders und des Eiſes, welches man: mit auskarren muß, betraͤchtlich vermehrt.—


