Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
244
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Der Modder.

gefahren werden.

230 Vegetabiliſche Duͤngungsmittel.

Kalk verſetzt wird, zum Duͤnger dienen. Kuͤchenabfall, Unkraut, bermodertes

Holz und Sägeſpäne, gebrauchte Gerberlohe tragen zur Vermehrung des Duͤnget⸗ vorraths bei. Man bemerkt, daß alle dieſenigen Vegetabilien, welche bei der Einaͤſcherung vieles Kali geben, beſonders duͤngend ſind, z. B. die Strünke der Tabackspflanzen und das Stroh des tuͤrkiſchen Weizens, wenn man ſie nicht vortheil⸗ hafter benutzen kann. Eine vorzuglich duͤngende Eigenſchaft hat auch das Kartoffel⸗

kraut, welches aber, wenn es ſich ſchnell aufloͤſen ſoll, in ſeinem gruͤnen Zuſtande

zuſammengetreten oder aber ſogleich in den Miſt gebracht werden muß. Man Bur es auch mit Raſenerde und etwas Kalk in Mengehaufen gebracht, und von dieſein Kompoſt eine ganz vorzuͤgliche Wirkung verſpuͤrt. Es iſt keinesweges unbedeu⸗ tend, was ein Acker Kartoffeln an dieſem Dungmakeriale wiedergiebt. Bleibt es auf dem Acker liegen und wird dann untergepfluͤgt, ſo zerſetzt es ſich freilich auch allmaͤhlig, und es laͤßt ſich daraus zum Theil die geringe Erſchoͤpfung erklaͤren, die manche vom Kartoffelbau bemerkt haben. Die Zerſetzung geſchieht aber langſam, und es iſt dann der Beſtellung im Wege. 8 1m So giebt es auch manche andere nuͤtzliche Pflanzen, die ſehr hohe Stengel

treiben z. B. die Sonnenblume(Helianthus annuns) und der Erd⸗Apfel oder

Erd⸗Artiſchocke(Helianthus tuberosus), und außerſ ihrer eigentlichen Frucht eine große Mengr Moder geben weiches bei he Anbau allerdings

Ruͤckſicht verdient.

Das Kraut der ſalzigen fowohl als der ſuͤßen Seen, von jenen beſonders die Fucsarten, von dieſen der ſogenannte Poſt, Chara vulgaris, welcher immer mit

einem kalkigen Schleim uͤberzogen iſt, gehoren zu den wirkſamſten Duͤngungsmit⸗

teln, die fuͤr ſich oder mit Miſte verß in Fäulniß we und

3Zu den vegetabiliſchen Einhninen etit auch der Modber, welcher ſich

theils in Niederungen und Sinken, theils unter dem Waſſer in Teichen findet.

Denn wenn er gleich zuweilen und zwar um ſo beſſer mit thieriſchen Theilen ver⸗ miſcht iſt, und mehrentheils auch eine ſtarke Zumiſchung von Grunderden hat, die ſich nach der Erdart der umliegenden Gegend richten, ſo hat doch die vermoderte vegetabiliſche Subſtanz wo nicht quantitativ doch virtuel das Uebergewicht darin.