Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
243
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Vegetabiliſche Duͤngungsmittel. 229

Ferner iſt der Buchweizen oder das Haidekorn dazu gebraucht worden, wel⸗ ches in gruͤnem Zuſtande aber ebenfalls ein ſehr nahrhaftes Viehfutter giebt.

Auch Waſſerruben hat man, wie ſchon Friedrich der Große erzählt, hauptſäͤchlich zu dieſem Zwecke ausgeſäet, und endlich empfiehlt mein verehrungs⸗ wuͤrdiger Freund Hermbſtädt, der verſchiedene daruͤber angeſtellte Verſuche er⸗ zählt, die Runkelruͤben, um mit verſchiedenen Zuſaͤtzen einen wirkſamen Duͤnger daraus zu bereiten. Vergl. deſſen Archiv der Agrikulturchemie, Bd. I. S. 79 u. ſ. f.

Eine Methode, welche da, wo ſie bekannt war, ſich ſo ununterbrochen er⸗ halten hat, verdient keinesweges vergeſſen, ſondern mit mehrerer Aufmerkſam⸗ keit, wie bisher bei uns geſchehen iſt, verſucht zu werden. Es ſcheint beim erſten Anblicke Verſchwendung, eine gruͤne Saat, die man abmaͤhen und auf dem Stalle mit dem Viehe verfuttern koͤnnte, ſo niederwalzen oder niedertreten zu laſſen. Man glaubt der Duͤnger konne dem Acker wieder zu gut kommen, wenn man ſie erſt fuͤr das Vieh benutzt habe, und man hat Recht. Allein man kann ja immer mehr ausſäen, als man mit dem mehrentheils feſtgeſetzten Viehſtande benutzen, und mit ſeinen Arbeitern einernten kann. Und dann ſcheint es nach den Bemer⸗ kungen der Naliener einigen Bodenarten vortheilhafter, wenn ſie zu Zeiten eine

bloß vegetabiliſche, und wie man es dort nicht ganz unrichtig nennt, abkuͤhlende Duͤngung erhalte.

Manche haben dieſe Mechode nur fuͤr entferntere, neu aufgebrochene oder erſchöpfte Laͤndereien empfohlen. Aber auf den ganz außer Kraft gekommenen wird ſie wenig bewirken, weil die als Duͤnger ausgeſaeten Gewaͤchſe zu kuͤmmer⸗ lich daſelbſt auſkommen. Der Acker, der Dungkraft erzeugen ſoll, muß hier wie überall noch Dungkraft haben. Dieſe Duͤngungsart iſt alſo mehr zur Erhaltung der Fruchtbarkeit im Acker, als zur erſten Begruͤndung derſelben anwendbar, und daher iſt ſie wahrſcheinlich bei uns bisher ſo wenig in Gebrauch gekommen. Es täßt ſich uͤbrigens beinahe fuhlen, was ſie bewirken kann, wenn man ein dicht vekrautetes Huͤlſenfrucht⸗Feld anſiehet, und ſich denkt, daß dieſe gruͤne Maſſe nun untergepfluͤgt werde.

§. 46.

Jeder vgetabiliſche abfal und ſogenannte Unrath kann, wenn er zuſammen⸗ Vegetabiliſch

gehalten, in Verweſung geſetzt, und zu dem Ende mit etwas thieriſchem oder mit