Stallfutterungsſyſtem. 377
tem Boden bei dieſer Rotation erwarten, und dann doch nur unter der Bedingung,
daß er nur im neunten Jahre wieder auf dieſelbe Stelle komme. Die große Miß⸗
lichkeit ſeines Gerathens und die Unzulänglichkeit ſeiner Ernten in Wirthſchaften, denen es an Wieſen fehlt, um das Vieh Winter und Sommer hindurch in gleichmä⸗ ßiger Futterung zu erhalten, hat ſich hier ſo haͤufig gezeigt, daß dieſes Syſtem außer einigen gluͤcklichen Diſtrikten keinen Fortgang gewinnen konnte, vielmehr wieder auf⸗ gegeben werden mußte, und mit demſelben dann zugleich die Stallfutterung ſelbſt. Bei einem zufalligen einjährigen Mißrathen halfen ſich induſtriöſe Wirthe durch die Ausſaat von Wicken oder anderem Futtergemenge, durch Abfutterung der Erb⸗ ſen wohl durch. Wenn dieſes aber oͤfterer kam, und nicht vom Zufalle abzu⸗ haͤngen, ſondern klar genug in der Sache ſelbſt zu liegen ſchien, ſo ſah man ſich genoͤthigt, davon abzuſtehen, wenn gleich manche, die es durchzuſetzen ſich zu lange beſtrebten, bis zur gänzlichen Verwilderung ihrer Felder dabei verharrten.
§. 3093.
Das dritte, unter den bisher verſuchten, einzig gluͤckliche Syſtem, worauf bei der Einfuͤhrung der Stallfutterung mit Sicherheit zu rechnen, iſt das des Fruchtwechſels, wo der Klee jedesmal in ſtark und tief bearbeitetes Land, welches noch die volle Kraft des Duͤngers hat, gebaut wird, und wo mehren⸗ theils zu demſelben Behuf auch andere Futtergewachſe ihm im Sommer zu Huͤlfe kommen, und wieder andere im Herbſte und Winter folgen; ſo daß das Vieh durch alle Perioden des Jahres mit einer reichlichen und ſaftigen Futte⸗ rung verſorgt iſt. Wir haben die Gruͤnde, worauf dieſes Syſtem beruht, oben
ausfuͤhrlich auseinandergeſetzt, und werden das Uebrige, wo von dem Bau
dieſer einzelnen Gewächſe und von der Futterung des Viehes ſelbſt die Rede ſeyn wird, anfuͤhren; ſo daß wir hier nichts weiter daruͤber zu ſagen brauchen.
§. 394.
Deshalb wollen wir hier nur diejenigen Rotationen angeben, welche nach der verſchiedenen Zahl der Schläge zu waͤhlen ſind, um mit mindeſt moͤglicher Aufopferung der verkäuflichen Fruͤchte den hoͤchſten Futter⸗ und Duͤngergewinn zu verſchaffen. Wir ſetzen dabei einen lehmigen Boden voraus, der mindeſtens
Erſter Theil. Bbb


