Wahre Hin⸗ derniſſe der⸗ ſelben.
374 Stallfutterungsſyſtem.
viehes nicht unmittelbar aber doch mittelbar durch die Eruͤbrigung groͤßerer Weide⸗ ràume fuͤr die Schafe bewirkt werden wird. Ob uͤbrigens bei hoͤherer Kultur die thieriſchen Produkte in ihrem Preiſe gegen den Preis anderer Dinge fallen werden, iſt noch problematiſch, indem zugleich mit deren ſtaͤrkern Erzeugung auch die Konſum⸗ tion zunimmt; weil zugleich damit die Nationalwirthſchaft und Reichthum ſammt der Bevoͤlkerung ſteigt. Auf keinem Fall aber koͤnnen ſie unter ihren natuͤrlichen Preis fallen, d. h. denjenigen, der ihre Hervorbringungskoſten und den gerechten Profit bezahlt, weil, wenn dies geſchaͤhe, die angeſtrengtere Produktion ſogleich nachlaſſen wuͤrde. Auch bezweckt die Stallfutterungswirthſchaft nicht allein eine groͤßere Pro⸗ duktion thieriſcher Subſtanzen, ſondern eben ſo ſehr eine Erſparung des Bodens fuͤr vegetabiliſche Produktionen und Vermehrung des dazu erforderlichen Duͤngers.
F. 389. Es ſcheinen alſo die Gruͤnde gegen die Stallfutterung und die damit nothwendig verbundene höhere Ackerkultur— ſoll jene anders von Beſtande ſeyn— einzeln
betrachtet, unerheblich. Indeſſen koͤnnen ſie doch zuſammengenommen in einzelnen Faͤllen die Einfuͤhrung derſelben vorerſt unraͤthlich machen, und der Weidewirthſchaft bei einer guten Feldeintheilung das Wort reden. In Gegenden, wo die Manipulation der Stallfutterung noch ganz unbekannt iſt, wo man bei der dienenden Klaſſe ſowohl als bei denen, welchen man die ſpezielle Aufſicht uͤbertragen muß, Vorurtheile und Widerwillen dagegen antrifft, gehoͤrt wenigſtens eine ſehr genaue Aufſicht dazu, die vielleicht jeder Einzelne dieſem Zweige der Wirthſchaft, bei vielen andern neuen Ein⸗ richtungen, nicht widmen kann. Man muß ſich daſelbſt die Menſchen dafuͤr erſt zu⸗ ziehen, oder die Hauptviehwärter aus andern Gegenden kommen laſſen.
Nicht an ſich, ſondern in Hinſicht des hoͤhern Wirthſchaftsbetriebes, welcher damit verbunden iſt, erfordert ſie ein betraͤchtlich groͤßeres Betriebskapital. Beſon⸗ ders aber wird ſie da minder anwendbar ſeyn, wo man Grund und Boden gar nicht zu ſparen hat, ſondern deſſen faſt einen Ueberfluß beſitzt, weil man Arbeit und Koſten dafuͤr auch bei einer minder intenſiven Bewirthſchaftung herbeizuſchaffen nicht ver⸗ moͤgend iſt. In ſolchen Faͤllen wird Wechſelwirthſchaft mit Weide wenigſtens vor⸗ erſt angemeſſener ſeyn, und dann um ſo leichter zur Stallfutterung uͤbergehen koͤnnen. Dagegen wird die Stallfutterung immer in dem Verhältniſſe vortheilhafter, in wel⸗


