Teil eines Werkes 
Erster Band (1809) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
Seite
370
Einzelbild herunterladen

370 Stallfutterungsſyſtem.

S 383

4) Bei einem kleinen Viehſtapel koͤnnen die Mehrkoſten gegen die Weide ganz unbedeutend ſeyn. Aber der groͤßere Arbeitsaufwand ſteigt mit der Kopfzahl des Vie⸗ hes in groͤßerem Verhaͤltniſſe gegen den bei der Weide. Es iſt zumahl bei der Kop⸗ pelwirthſchaft faſt gleich, ob ein Hirte 20 oder 200 Stuͤck zu huͤten habe. Bei der Stallfutterung hingegen nimmt die Zahl der anzuſtellenden Menſchen mit der Zahl des Viehes in gleichem Verhaͤltniſſe zu, und auf jede 50 Stuͤck wird ein Mann mehr erfordert. Wenn alſo bei der Stallfutterung in kleinen Wirthſchaften Vortheil iſt, ſo vermindert ſich derſelbe immer mehr, je groͤßer ſie werden.

Antwort: Dieſer Einwurf ſagt eigentlich nichts weiter, als daß die Stall⸗ futterung bei maͤßigen Wirthſchaften und Vorwerken noch vortheilhafter als bei gro⸗ ßen ſey, ohne doch den Vortheil uͤberhaupt abſprechen zu koͤnnen. Er iſt uͤbrigens bei dem erſten und zweiten Einwurfe beantwortet.

F. 384.

§) Auch wird bei großen Feldfluren der Aufwand des Futteranfahrens immer

groͤßer, weil die Entfernung des Futterfeldes weiter iſt. Dieſe weitere Entfernung iſt hingegen bei der Weide von geringer Bedeutung.

Antwort: Sehr entfernte Futterkoppeln wuͤrden allerdings die Sache ſchwie⸗ riger machen. Allein es laͤßt ſich bei einer auf Stallfutterung angelegten Feldeinthei⸗ lung wohl immer die Einrichtung treffen, daß man einen Theil des Klee⸗ oder Wik⸗ kenſchlages, der zur gruͤnen Futterung beſtimmt iſt, in der Nähe des Hofes habe. Sonſt hat man dieſer Beſchwerde auch durch die Anlegung eines Huͤrdenhofes auf einer entfernten Futterkoppel wohl abgeholfen.

§. 385.

6) Auf großen Guͤtern iſt der Boden mehrentheils von verſchiedener Beſchaffen⸗ heit, und wenn bei einem allgemeinen Umlaufe der Klee und andere Futtergewaͤchſe auf einem ihnen nicht angemeſſenen Platz kommen, ſo ſind ſie dem Mißrathen unter⸗ worfen, oder geben doch nicht gleich ſtarken Ertrag. Es laͤßt ſich folglich keine regu⸗ läre Schlagordnung dabei befolgen; oder man darf auf hinreichende Ausfutterung eines gleich ſtarken Viehſtapels nicht Rechnung machen, und wird in gewiſſen Jah⸗