Stallfutterungsſyſtem. 371
ren, wo man auf eine duͤrrere Koppel mit dem Klee kommt, weniger Vieh hal⸗ ten köͤnnen.
Antwort: Wenn auf die Verſchiedenheit des Bodens, wie zuweilen in der Koppelwirthſchaft geſchieht, bei der Eintheilung der Feldmark keine Ruͤckſicht genom⸗ men worden, ſo macht dies allerdings eine große Schwierigkeit. Dann tritt aber auch bei der Weide derſelbe Fall ein, und es mußte ein beſonderes guͤnſtiges Schickſal ſeyn, wenn das Weidevieh nicht darunter litte, dem durch Ueberſparung des Futters nicht ſo wie bei einer wohleingerichteten Stallfutterung abgeholfen werden kann⸗ Eine zweckmaͤßige Eintheilung der Feldmark nach der Guͤte des Bodens iſt aber bei der Stallſutterungswirthſchaft leichter moͤglich, weil hier der Zuſammenhang jedes Schlages und der Schlaͤge nach Nummern nicht ſo noͤthig iſt, und man es darum ſehr wohl ſo einrichten kann, daß alle Jahre ein den Futtergewächſen zuſagendes Feld und zwar nahe genug beim Hofe damit beſtellt werde.
§. 386.
7) Das Gedeihen des Klees kann zwar durch eine gute Kultur ziemlich geſichert werden, jedoch nicht ſo, daß die Moͤglichkeit ſeines Mißrathens uns ganz außer Sorge ſetze. Und wenn dieſes eintrate, ſo waͤre die ganze Wiechſchaft da⸗ durch zerſtoͤrt.
Antwort: Ungeachtet der Klee wohl das Hauptfutterungsmittel fuͤr den Som⸗ mer bleiben wird, ſo ware es doch ſehr fehlerhaft, ſich auf ſelbigen allein zu verlaſſen, da auch ohne ein gänzliches Mißrathen deſſelben bei guter Beſtellung zu beſorgen, immer Zeiten eintreten koͤnnen, wo er nicht genugſames Futter darreicht, oder wo es ihn dazu zu verwenden nicht rathſam wäre. Der Klee kommt eigentlich nicht fruh genug, um die gruͤne Futterung damit anzufangen, und zwiſchen ſeinen beiden Schnitten tritt eine Periode ein, wo er zu alt wird oder noch zu jung iſt, um vor⸗ theilhaft gebraucht zu werden. Auch fehlt es nach dem zweiten Schnitte, wenn man anders Winterung in die Stoppel ſäen will, daran. Eine wohleingerichtete Stall⸗ futterungswirthſchaft muß alſo durchaus mehrere Gewächſe zur Hand haben, welche die Stelle des gruͤnen Klees vertreten, wenn es nothig iſt, ſonſt aber auf andere Weiſe benutzt werden, wozu hauptſaͤchlich Wicken und auf trockenem Boden Spoͤr⸗ gel und Buchweizen gehören; wenn man nicht etwa beſondere Futterkoppeln zum
Aaa 2


