368 Stallfutterungsſyſtem.
Antwort: Der Anbau der zur Sommerſtallfutterung gebraͤuchlichen Gewaͤchſe macht eine ganz unbedeutend vermehrte Arbeit. Beim Klee koͤmmt nichts weiter, als das Ausſaͤen ſelbſt in Berechnung; und wenn man den Samen ſelbſt gewinnt, das Ausdreſchen deſſelben, welches dann beſonders unbedeutend iſt, wenn man zum eignen Gebrauche nur die Koͤpfe abdriſcht, und ihn mit den Huͤlſen ausſaͤet.
Der Anbau der Futterwicken iſt nicht erheblicher, indem die dazu gegebene Pflugfurche in der Brache nicht minder noͤthig geweſen wäre. Die Arbeit beim An⸗ bau anderer Futtergewaͤchſe, auf welche man ein zu großes Gewicht legt, kommt nicht auf die Koſten der Sommerfutterung, ſondern der Winterfutterung, wovon hier eigentlich nicht die Rede iſt.
F. 381.
2) Des Geſchaͤft der Futterung auf dem Stalle oder Viehhofe erfordert we⸗ gen des Maͤhens„Zufuͤhrens vom Felde, und des Vorlegens der Futterung ſelbſt, dann des Einſtreuens und Ausbringens des Miſtes, beträchtlich mehrere Menſchen und mehreres Geſpann, als die Verpflegung des Weideviehes.
Antwort? Dieſer Gegengrund iſt wohl unter allen der erheblichſte, indem mehrere Arbeit dabei auf keine Weiſe abzuläugnen iſt. Indeſſen iſt der Unterſchied ſo groß nicht, wit er denen erſcheint, die mit einer guten Einrichtung und Manipulation nicht bekannt ſind. Das Maͤhen des Futters fuͤr 80 Stuͤck Vieh,— wenn anders der Klee gut ſtehet— das Aufladen und Anfahren deſſelben kann ein Mann und ein
Weib oder Junge vollkommen verrichten, und dabei dem Viehwärter in der Vorle⸗
gung dieſes Futters noch genugſam zu Huͤlfe kommen. Wir nehmen alſo an, daß
drei Perſonen außer den eigentlichen Viehmaͤgden auf 80 Stuͤck Vieh(und zu 100
reichten ſie auch hin) bei der Stallfutterung noͤthig ſind. Wenn nur eine Art von
Vieh auf der Weide gehalten wuͤrde, ſo daß milchendes und guͤſtes, junges und altes nicht getrennt wäre, ſo wurde freilich ein Hirte zureichen. Sobald wir ſie aber auf mehrere Heerden uns vertheilt denken, wird der Unterſchied geringer werden. Dieſe Perſonen reichen auch zu, die Einſtreuung und Ausmiſtung zu beſorgen, wenn dieſe auf die beſte Weiſe vermittelſt einer Schleife geſchieht. Dagegen iſt aber die Arbeit der Maͤgde, gleich reichliche Milch angenommen, bei der Stallfutterung geringer, weil die weiten Wege und die Zeitverſchwendungen, welche bei der Weide vorkom⸗
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