Stallfutterungsſyſtem. 357
Die Stallſutterung iſt namlich im Stande, ſich einen Theil des Sommerfutters von einem Jahre zum andern aus dem reicheren fuͤr das ärmere uͤberzuſparen, indem es dem Viehe ungemein zuträglich und angenehm iſt, wenn ihm auch im Som⸗ mer neben dem gruͤnen trockenes Futter gereicht wird. Dadurch kann ſie alſo jene immer gleiche Nahrung nicht nur bewirken, ſondern auch alle andere Wirthſchafts⸗ verhältniſſe im vollkommenſten Gleichgewichte erhalten, indem ſie auf eine gleichmã⸗ ßige Maſſe des Duͤngers in jedem Jahre rechnen darf, bei aufgeſpartem Futter es aber auch in ihrer Gewalt hat, einen groͤßeren Viehſtapel zu halten, wenn ihr ſol⸗ ches der Nußung oder des Duͤngers wegen vortheilhaft ſchiene.
§. 379.
§) Endlich iſt es nicht nur gewiß und durch unzahlige Erfahrungen ausgemacht, daß das Vieh bei gehoͤriger Behandlung auf dem Stalle vollkommen und eben ſo lange geſund bleiben koͤnne; insbeſondere wenn man ihm zuweilen auf einem freien Raume, bei Gelegenheit des Tränkens und Badens, Bewegung verſtattet, ſondern es wird dadurch auch gegen manche der gefahrlichſten Krankheiten, denen das Weide⸗ vieh ausgeſetzt iſt, geſchuͤtzt. So iſt es unter andern dem gefaͤhrlichen Milzbrande nicht unterworfen, und gegen anſteckende Krankheiten weit mehr geſichert, ſo daß in Gegenden, wo Stallfutterung uͤberall eingefuͤhrt iſt, eine allgemeine Verbreitung derſelben nicht zu beſorgen ſteht. Wenigſtens hat die Stallfutterung in dieſem Punkte entſchiedene Vorzuͤge vor der Weide bei der Felderwirthſchaft, wenn auch manche bei einer geſunden Koppelweide das Vieh eben ſo geſichert haltesn.
F. 380.
Bei dieſen unverkennbaren Vortheilen der Stallfutterung hat man dennoch ic viele Bedenklichkeiten und Einwendungen dagegen gemacht, die wichtig genug ſchei⸗ nen, um ihre allgemeinere Einfuͤhrung bisher zu hindern. Mit Uebergehung derer, kung. deren Unwichtigkeit und Ungrund von ſelbſt in die Augen ſpringt, wollen wir hier nur diejenigen unterſuchen, die von groͤßerer Wichrigkeit allerdings zu ſeyn ſcheinen.
Sie ſind folgende:
1) Der Anbau der Futtergewaͤchſe macht mehrere Menſchenhände und ſtaͤrkere
Anſpannung nothig, als nach manchen Ortsverhaͤltniſſen darauf zu verwenden ökono⸗
miſch rathſam ſeyn koͤnnte.
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