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Erster Band (1809) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
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366 Stallfutterungsſyſtem.

ſo ganz gebt er auf der Dreeſchweide der Koppelwirthſchaft verloren. Indeſſen wird doch der bei weitem groͤßte Theil davon verſchwendet, und der Acker erhaͤlt von ſelbi⸗ gem nicht diejenige Kraft, die er erhalten wuͤrde, wenn ihm derſelbe Miſt gehoͤrig vorbereitet beigemiſcht wäre. Da er einzeln zerſtreut nicht in eine ſolche Gährung gehen kann, woraus eine konſiſtente Maſſe erfolgt; ſo verfluchtigt ſich der groͤßte Theil gasfoͤrmig, der Reſt zerſtäubet, und wird von Inſekten verzehrt. Der Ver⸗ luſt wird um ſo groößer, je laͤnger der Acker zur Weide liegt; wogegen derjenige beſſer benutzt wird, welcher bald zum Unterpflugen kommt. Auf keinen Fall aber kommt der Miſt ſo zu Nutzen, als wenn er mit der Streu genau vermiſcht, verbunden und die ſe ſelbſt dadurch zu einem wirkſamen Duͤnger gemacht wird. Nur durch die Stall⸗ futterung faͤngt man die ſammtlichen Auswuͤrfe des Viehes auf, laͤßt dieſe mit der Streu verbunden den gerechten Zeitpunkt ihrer Gährung erreichen, verhuͤtet das zu fruͤhe Aufloͤſen und das zu ſtarke Verdunſten. Man hat es endlich in ſeiner Gewalt, dieſen Miſt in dem gerechten Zeitpunkte ſeiner Gaͤhrung in denjenigen Acker und auf denjenigen Fleck zu bringen, wo er den großten Rutzen ſtiftet, und wo man ihn zum Vortheil des ganzen Wirthſchaftsbetriebes am noͤchigſten gebraucht. §. 377.

3) Die Stallfutterungswirthſchaft kann mit dem Lande, was ſie zur Viehfut⸗ terung und zum Fruchtbau gebraucht, ſchneller wechſeln, und folglich alle Vortheile der Wechſelung um ſo mehr erreichen. Sie kann die Futterungsmittel in der Ord⸗ nung und Folge bauen, daß dem Anbau verkaͤuflicher Fruͤchte, beſonders des Ge⸗ treides, der moöglich mindeſte Abbruch auch in dieſer Hinſicht geſchiehet, indem ſie die Futterernten nur als Vorbereitung zum Getreide nimmt, und den Acker dadurch in volliger Reinheit, Lockerheit und Kraft erhält; mithin die Brache um ſo unnoͤthiger macht, und ihre Wirkungen reichlich erſetzt.

§. 378.

4) Sie kann dem Viehe alle Jahreszeiten hindurch eine gleich ſtarke, kraͤftige und wohlſchmeckende Nahrung geben, wenn ſie nämlich das Verhaͤltniß und die Folge ihrer angebauten Futtergewächſe gehörig einrichtet es folglich immer bei gleichen Kräften, Geſundheit, mithin hoͤherer Nutzung erhalten. Die Weide⸗ wirthſchaft kann dieſes, ohne ein großes Uebermaaß von Weide zu haben, wegen der Ungleichheit der Jahresfruchtbarkeit nicht.