358 Der Fruchtwechſel.
leichter und wohlfeiler wird. Daß ſich bei dieſer Wirthſchaft gewohnlich der Anreiz zu mehreren Meliorationen vorzuͤglich findet, und dazu wiederum mehrere Arbeiter erfordert werden, haͤngt nicht unmittelbar mit derſelben zuſammen. Eine vermehrte Anſpannung kann nur wegen der ſtärkern Dungerausfuhr, der groͤßeren Ernten und der mehr zu verfahrenden Produkte noͤthig werden. Die Beackerung und Beſtellung ſelbſt wird eher dadurch erleichtert. Denn wenn gleich einige Operationen bei der Feldbeſtellung hinzukommen, die bei andern Wirthſchaften nicht gewoͤhnlich ſind, ſo werden dadurch nur weit ſchwerere erſpart. Auch ſind dieſe Geſpannarbeiten ſehr gleichmäßig durch alle Jahreszeiten vertheilt.
5) Einen ſehr aufmerkſamen, thaͤtigen, uͤberlegenden und entſchloſſenen Wirth⸗ ſchaftsaufſeher. Dieſe Bedingung iſt unumgaͤnglich, da eine genaue Wahrnehmung der Zeit zu jedem Geſchaͤfte mehrere Abweichungen von dem gewohnten Leiſten, und mannigfaltige Abwechſelungen in der Beſtellung und Ernte, und in Beſorgung des Viehſtapels hier angewandt werden koͤnnen, um den moͤglich hoͤchſten Ertrag hervor⸗ zubringen. Insbeſondere iſt der Unterſchied zwiſchen einer einmal ingetheeen Kop⸗ pelwirthſchaft und der unſrigen darin ſehr groß.
6) Paßt ſie nur da, wo ein hinlaͤnglicher Abſatz aller Produkte ſtatt findet, und deshalb der Grund und Boden im gerechten Werthe gegen die Arbeit ſteht. Wo dieſe ſehr theuer im Verhältniß zu jenem iſt, oder wo man nur Gelegenheit hat, alle Arbeit durch Frohnden, die zu andern als den gewoͤhnlichen Arbeiten nicht ange⸗ wieſen ſind, vortheilhaft bewirken zu kaſſen, da findet ſie noch keine Anwendung.
7) Endlich iſt ein groͤßeres Betriebskapital und ein ſtaͤrkeres Inventarium, wie von ſelbſt erhellet, dabei noͤthig.
§. 371.
Dieſe Regel des Fruchtwechſels findet nun ſowohl bei der Weide des Viehes auf einigen Theilen des Ackers, als bei der Stallfutterung deſſelben ihre Anwendung. In jenem Falle wird durch ſie die Koppelwirthſchaft zu ihrer hoͤchſten Vollkommenheit gebracht, und dieſes hat unter Verhältniſſen, welche die Stallſutterung erſchweren, unbezweifelte Vorzuͤge. Der hoͤchſt moͤgliche Ertrag vom Grund und Boden kann aber nur durch die Verbindung mit der Stallfutterung hervorgebracht werden. Nicht


