Der Fruchtwechſel.—
5 37o. Die nothwendigen Erforderniſſe einer auf dieſe Regel der Fruchtfolge gegruͤnde⸗ Bedingungen ten Wirthſchaft, bei deren Mangel die Einfuͤhrung unmoͤglich iſt, oder doch nur un⸗ S
vollkommenes Stuͤckwert bleibt, ſind folgende: ſes Syſtems.
1) Vollkommenes Eigenthum und freie Benutzung des Feldes, eine Abweſen⸗ heit aller Servitute und Rechte, die ein anderer darauf hat, oder doch eine zweckmaͤ⸗ ßige Beſchränkung derſelben⸗
2) Eine gute und nicht zu ſehr getrennte oder zu weit entſernte Lage der Felder. Das Gegentheil macht wenigſtens ungemeine Schwierigkeiten bei die ſer eine ununter⸗ brochene Aufmerkſamkeit fordernden Kultur.
3) Bei ihrer Einfuͤhrung ein nicht zu ſehr ausgemagertes Land oder beſondere Huͤlfsquellen, um ſich den erſten kraftvollen Duͤnger zu verſchaffen. Sie ohne ſolche auf einem durch die Felderwirthſchaft erſchoͤpften Boden einfuͤhren zu wollen, erfor⸗ dert wenigſtens große Aufopferungen oder die Anlage eines betraͤchtlichen Kapitals, indem der Bau verkäuflicher Fruchte vorerſt ſehr eingeſchränkt werden muß, um ge⸗ nugſame Futterung, d. h. Duͤngermaterial zu gewinnen. Ihre Einfuͤhrung iſt des⸗ halb nach der gewoͤhnlchen Koppelwirthſchaft, die ihren Acker in mehrere Kraft erhal⸗ ten hat, in der Regel weit leichter als nach der mehrentheils erſchoͤpfenden Dreifelder⸗ wirthſchaft, und in manchen Fällen iſt es rathſam, durch jene hindurch zu der hoͤhern Wirthſchaft uͤberzugehen. Von den zweckmaßigſten Hůlfsmitteln bei dem Uebergange werden wir weiter reden.
4) Mehrere Arbeit. Es wird zwar mehrentheils diejenige Menſchenzahl, welche in der Felderwirthſchaft zu einer ſchnellen und gehoͤrigen Ansfuͤhrung der Ernte noͤthig war, zureichen, alle Arbeiten dieſer Wirthſchaft zu vollfuͤhren; ſie muͤſſen aber in eine größere und anhaltende Thätigkeit dabei geſetzt werden. Die Verthei⸗ tung der Arbeiten durch das ganze Jahr kann ſo eingerichtet werden, daß ſich eine un⸗ unterbrochene Reihe von Beſchäͤftigungen und beſtändiger Verdienſt fuͤr die Men⸗ ſchen, ſelbſt fu die ſchwachen Alten und Kinder dabei finde. Dieſe Arbeiten erfor⸗ dern zwar keinesweges eine ſchwer zu erlangende Kunſtfertigkeit; indeſſen findet doch eine mehrere Theilung der Arbeit und eine daraus erfolgende größere Uebung in den⸗ ſelben und in der Handhabung gewiſſer Werkzeuge dabei ſtatt, wodurch die Arbeit
————————
————


