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Erster Band (1809) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
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Seite
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356 Der Fruchtwechſel.

ten Ernten in unſerem Klima und in groͤßern mit keinen uͤberfluͤßigen arbeitenden Kraͤften verſorgten Wirthſchaften nicht ſo allgemein anwendbar, als manche behaup⸗ tet haben. Der Bau der Ruben in die Stoppel der Winterung geraͤth zwar auch bei uns zuweilen ſehr gut, aber ihre Einſaat muß in der geſchaͤftvollen Erntezeit ſchnell vollfuͤhrt werden. Die neuerlichſt geruͤhmte Methode, Moͤhren im Fruͤhjahre unter die Winterung zu ſaͤen, kenne ich nicht aus der Erfahrung, und finde ihrer auch bei den Englaͤndern, welche ſonſt dieſe doppelten Ernten haͤufig zu gewinnen ſuchen, nicht erwaͤhnt. Wo nach meiner Erfahrung noch ohne Beſchwerde eine doppelte Ernte ſtatt findet, iſt auf einem gedrillten und gepferdehackten Bohnen⸗ oder Mais Felde, wo zwiſchen den Reihen nach vollendeter Bearbeitung ſehr vortheilhaft Ruͤben geſaͤet wer⸗ den koͤnnen. Das Wickenfeld traͤgt erſt gruͤne Wicken, und nach denſelben ebenfalls gruͤn abzumaͤhenden Buchweizen, der mehrentheils ganz vortrefflich geraͤth, oder aber Waſſerruͤben, die fruͤh genug geſaͤet werden koͤnnen, und die Bearbeitung reichlich bezahlen. Auch hat man zweimal Wicken zum gruͤnen Abmaͤhen eingeſaet.

7) Wenn in laͤngern Rotationen zweimal geduͤngt werden ſoll, ſo kommt der zweite Duͤnger nie zu einer Getreidefrucht, ſondern unter eine andere, am beſten unter die gruͤn abzumähenden, weil deren Wuchs nie zu uͤppig werden kann, theils auch weil er hier das Unkraut auf eine unſchaͤdliche Weiſe hervortreibt, ſolches aber nicht zur Reife kommt. Er wird hier durch ſchnellen Umbruch der gruͤnen Stoppel mit dem Boden gemengt und innig vereinigt, und verliert doch ſeine erſte Geilheit, welche die junge Getreidepflanze zu ſtark treibt, und vor allem Lagerkorn erzeugt.

8) Es iſt keine weſentliche Bedingung, daß die Haͤlfte des Ackers zur Vieh⸗ futterung beſtimmt werde, wohl aber, wie aus dem Geſagten erhellet, daß nur die Haͤlfte eigentliches Getreide trage. Von verkäuflichen Fruͤchten uͤberhaupt kann, wenn man will, weit mehreres, und zwar, ſobald ein hinlanglicher Duͤngervorrath geſammelt iſt, das eintraͤglichſte unter allen gebauet werden. Nur iſt es, um zu die⸗ ſem Ueberfluß von Duͤnger zu gelangen, der hier mit der vollkommenen Bearbeitung verbunden ſo erſtaunliche Wirkung thut, mehrentheils nothig, in der erſten Ro⸗ tation ſich mit der Hälfte der verkaͤuflichen Fruͤchte zu begnuͤgen, um des Fut⸗ ters vollkommen genug zu bauen.