Der Fruchtwechſel. 355
oder jede andere ſeyn, die nur nicht in das Geſchlecht der grasartigen Pflanzen gehoͤ⸗ ren. Da es indeſſen
4) Eine unumgaͤngliche Forderung iſt, daß der Klee in ein voͤllig reines ſtark durchgearbeitetes und geduͤngtes Land komme, ſo wird derſelbe mehrentheils unter die Frucht geſäet, welche auf die Hackfruͤchte folgt, und findet alſo im dritten Jahre nach jener ſeinen Platz. Hier iſt hoͤchſt ſelten ein Mißrathen deſſelben zu beſorgen, wenn man mit deſſen Einſaat gehorig verfährt. Er dringt in dem noch tief gelockerten Bo⸗ den mit ſeinen Wurzeln ſo ein, daß ihm keine Winterwitterung nachtheilig werden kann. Und was man ſonſt, allerdings nach der Erfahrung, von dem Muͤdewerden des Ackers zum Kleetragen geſagt hat, findet hier durchaus nicht ſtatt, indem zwanzig⸗ jaͤhrige Verſuche gelehrt haben, daß er nach vierjähriger Wiederholung immer beſſer geworden ſey. Dieſer Klee kann nun entweder ein Jahr benutzt werden, oder er kann
zwei Jahr zum Mähen dienen. Im erſtern Falle wird er in der Regel einfurchig mit
Winterung beſtellt, welches durch den Gebrauch des Schnittpfluges auf die vorzug⸗ lichſte Weiſe geſchieht. Im zweiten Falle kann man zuweilen der Sommerung den Vorzug geben, beſonders wenn man noch einen dritten Schnitt von Klee nehmen, oder ihn im Nachſommer zur Weide benutzen wollte. Indeſſen iſt doch auch dieſe zweijahrige Kleeſtoppel ſo ſehr fuͤr die Winterung geeignet, daß man in den meiſten Faͤllen ſolche vorzieht. Und ſie kann auch nach zwei Kleeſchnitten mittelſt des Schnitt⸗ pfluges und nachmaligem Gebrauch des kleinen Erſtirpators auf das vollkommenſte beſtellt werden. In einigen Fällen kann dieſer Klee nun auch im dritten Jahre zur Weide liegen bleiben, in welchem Falle aber entweder Hafer auf demſelben folgen, oder aber der Acker zur Winterung mehrmals gepflugt werden muͤßte.
5) Es hat bei längern Rotationen oder wo man Futterung und Duͤnger in großter Menge gewinnen und den Acker in die hochſte Kraft ſetzen will, große Vor⸗ theile, wenn noch eine ſolche Saat dazwiſchen kommt, die nicht zur Reife oder zum Anſotz des Samens gelangt, ſondern in ihrem gruͤnen Zuſtande abgemaͤhet wird, wozu ſich vor allen Wicken und Buchweizen paſſen. Ihre Stoppel hinterlaͤßt nun einen zur reichſten Winterungsſaat vollkommen vorbereiteten Boden. Bei dieſen Fruchten finden auch vorzuͤglich:
6) Doppelte Ernten in einem Jahre ſtatt. Man kann ſie freilich bei dieſem Wirthſchafts ſyſteme auch in mehreren Schlägen anbringen; indeſſen ſind dieſe doppel⸗
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