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Erster Band (1809) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
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354 Der Fruchtwechſel.

nie ſeyn kann. Dieſe wirkt dann mit der Bearbeitung zugleich, den Boden zum Zerfallen zu bringen, und die darin befindlichen Unkrautskeime zu zerſtoͤren.

2) Nach dieſen Hackfruchten folgt in der Regel Sommerung, theils weil ihre ſpaͤte Aberntung eine fruͤhe Einſaat der Winterung nicht verſtattet, theils weil die Erfahrung gelehrt hat, daß die Sommerung auf dem gewoͤhnlichſten Lehmboden hier einen hoͤheren Ertrag, wie die Winterung gebe; dennoch aber dem Boden genugſame Kraft, in der Folge Winterung abzutragen, hinterlaſſe. Dieſe Sommerung kann Sommerweizen, Hafer oder Gerſte ſeyn. Die letzte iſt indeſſen das gewoͤhnlichſte, und zwar die große zweizeilige, oder aber die nackte und Himmelsgerſte, deren Gedeihen hier ſo groß als ſicher iſt. Sollte der Boden jedoch wegen Verſaumniß des genugſamen Behackens oder wegen einer hoͤchſt unguͤnſtigen naſſen Witterung eines Sommers nicht vollkommen muͤrbe und rein geworden ſeyn, ſo verdiente in dieſem ungewohnlichen Falle die kleine vierzeilige Gerſte den Vorzug, weil vor ihrer Einſaat im Fruͤbjahre noch einige Mal gepfluͤgt werden koͤnnte. In der Regel aber iſt dieſes Pfluͤgen ſo wenig noͤthig, daß die Fruͤhjahrsbeſtellung vollkommen ohne daſſelbe, bloß durch den ein⸗ oder zweimaligen Gebrauch der Erſtirpators und der Eggen, gemacht werden kann, wodurch man in dieſer mit dringenden Geſchaften beſetzten Jahreszeit ungemein erleichtert wird.

Manche haben die Beſorglichkeit, daß die in ſo kraftigem Lande geſaͤete Sommerung ſich lagern werde, welche aber die Erfahrung genugſam widerlegt, wenn anders nicht zu dichte was hier nicht nur uberfluͤßig, ſondern ſchaͤdlich wäre geſaet wird. Die tiefe Beackerung des Bodens ſichert gegen Lagerkorn. Und wenn der Boden vertieft werden ſoll, ſo geſchieht es bei der Vorbereitung zu den Hackfruͤchten, denen das tiefe Pfluͤgen nie ſchädlich wird, und unter welchen der heraufgebrachte Boden ſeine Rohheit verliert.

3) Run wird die Hauptregel beobachtet, daß nie zwei halmtragende Fruͤchte nacheinander kommen, ſondern jedesmal eine andere Zwiſchenfrucht. Es ſey denn am Schluſſe der Rotation, wenn die Hackfruchte wieder darauf folgen, wo die Ver⸗ wilderung und die Verballung des Bodens alſo nicht ſchadlich werden kann. Die Auswahl dieſer Zwiſchenfrucht hängt von der Zahl der Schlaͤge und den Wirth⸗ ſchaftsverhaͤltniſſen ab. Es kann Klee; es koͤnnen Huͤlſenfruͤchte, Helſaaten