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walt haben, und, ſoviel an ihr liegt, den Zogling durch alle Gattungen des Boͤſen gluͤcklich hindurch zum Ziele wahrer Freiheit zu fuͤhren vermoͤgen, mithin die Gefahr einer Lebensverirrung auf dem Wege des Böſen wo nicht aufzuheben, doch moͤglichſt zu vermindern.
Gegen die phyſiſche Krankheit werden ſich die Erzie⸗ hung und Medicin, beide als Kuͤnſte und Wiſſenſchaften, in moͤglichſter Vollendung gedacht, vereinigen, um das Uebel dieſer Gattung, im Ganzen, mit Sicherheit zu beſiegen. Jene wird durch Handhabung einer allſeitigen Dialektik eine naturgemaͤße Lebensweiſe zur Gewohnheit machen, um dadurch die Geſundheit der Zoͤglinge auf die Dauer zu begruͤnden. Und wenn dadurch dennoch, aus fruͤher angedeuteten Gruͤnden, die Moͤglichkeit des Aus⸗ bruchs mannigfaltiger Krankheiten nicht aufgehoben werden kann(was auch nicht ſeyn ſoll), ſo hat, unter obiger Vorausſetzung, welche ſich auf die fortſchreitende Entwick⸗ lung der Kunſt und Wiſſenſchaft gruͤndet, die Medicin doch Macht genug, jede Krankheit auf dem kuͤrzeſten Wege zu beſeitigen, das Uebel iſt dann in der Gewalt der Kunſt — was gegenwaͤrtig nur ſehr unvollkommen der Fall iſt— und in ſofern beſiegt. Auch hier iſt uͤbrigens auf engere Verbindung und vollkommnere Organiſation der Staaten, in welcher auch die Ausbildung der mediciniſchen Policei begriffen iſt, die im Ganzen uͤber die Erhaltung und Förderung der Geſundheit wacht, und namentlich fuͤr ſichere Abwendung anſteckender und zweckmaͤßige Behand⸗ lung epidemiſcher Krankheiten zu ſorgen weiß, großes Ge⸗ wicht zu legen.


