Vorrede. xv
Und das ſollte meine Freyheitslehre auch nicht ſeyn— möchte ich ſagen, wenn es mir vergönnt wäre, in jene goldenen Worte meine ganze Apologie für die Behauptung ei- nes moraliſchen Unvermögens zu faſſen. Soll- ten aber etwa manche andere Philoſophen für die Fittliehkeit groſses Unheil befürchten, weil dem Begriff von menſchlicher Vnſittlichkeit einige Gefahr droht, das Merkmal urſprünglicher Boſs- heit einzubüſsen; oder follten ſie wegen der Behauptung menſchlicher Würde und Verdienſtes in Verlegenleit gerathen, weil der Begriff von menſchlicher Unürde und Schuld, wie ſie mey- nen über Gebühr gemildert wird: ſo dürfte ſich vielleicht keine ganz unpaſſende Parallele zwi- ſcher jenen ehemaligen Theologanten„die bey Berweiflung der Exiſtenz oder Milderung des Begriffs vom Teufel die Phre Gottes gefährdet Llaubten, und dieſen Philoſophen zichen laſſen, denen der Tugend ihr Verdienſt geſchmählert zu werden ſcheint, wenn dem Laſter keine abſo- lute Bosheit zum Grunde liegen, und keine ab.
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