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Volk-Kunst-Wissen / für die Schriftleitung verantwortlich: Oscar Quint
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auch Lehmſtücke vom Wandbewurf der Hütte darin, vom Herdfeuer harigebrannt, mit deutlichen Abdrücken des Rutenflechtwerkes der Wände. In ſehr vielen Fällen iſt von den Wänden des Hauſes nichts erhalten als dieſer Lehmverputz, ſo daß man die Form des Hauſes nicht erſchließen kann.

Die Dörfer der Steinzeit lagen oft auf unfruchtbarem Ge⸗ lände, da dieſes nicht bewaldet war. Waldfrei waren aber auch vielfach die fruchtbaren Lößlandſchaften Süd⸗ und Mittel⸗ deutſchlands, und hier lagen die Ortſchaften in erſtaunlicher Menge beiſammen. Ein Dorf von geradezu gewaltiger Aus⸗ dehnung entdeckte man bei Großgartach im Neckartale. Hier fand man ſogar Reſte von Bemalung auf dem Lehmverputz der ge⸗ flochtenen Wände. 3

Die Menſchen, die damals überall in Deutſchland ihre Dörfer errichteten, beſchäftigten ſich wie die Dorfbewohner unſerer Zeit mit Viehzucht und Ackerbau. Das waren nicht mehr ſchweifende Jäger⸗ horden der Eiszeit oder auf wüſten Abfallhaufen hochende Fiſcher wie noch im älteren Abſchnitt der jüngeren Steinzeit, auch nicht unſtete Hirten⸗-Nomaden. Der Menſch war hier vom Sammler und Jäger unmittelbar zum ſeßhaften Bauern geworden. Die Anſicht, daß der Menſch überall vom Jägertum zunächſt zum Nomadentum überging. iſt nicht richtig. Nur im Falle der Not verließ man Haus und Hof und die mit ſo viel Mühe her⸗ gerichteten Acker. Dann packte man wohl die Habe, Weib und Kind auf den mit Ochſen beſpannten Karren, trieb die Herden zuſammen und fort ging's, einer beſſeren Heimat entgegen. Dem Kundigen verraten die Funde recht oft, daß viele, viele Ge⸗ ſchlechter nacheinander auf demſelben Platze wohnten, gerade ſo wie heute.

Die Bewohner der Muſchelhaufen kannten nur ein einziges Haustier, den Hund. In der jüngſten Steinzeit dagegen trifft man alle wichtigeren Haustiere unſerer Zeit, Rind, Pferd, Schwein, Schaf und Ziege. Die Zucht dieſer Tiere hat man von fremden Völkern der öſtlichen Mittelmeerländer kennengelernt. Hier, im uralten Kulturlande der Ströme Euphrat und Tigris, ſcheint man zuerſt das Rind gezähmt zu haben. Vielleicht ver⸗ wandte man es im Anfange nur im Gottesdienſte und ſpäter erſt als nahrungsſpendendes Tier im Haushalte. Auch Schaf und Ziege kamen von fernher aus dem Süden während gewiſſe Raſſen

des Hausſchweines und Rindes hier in Nordeuropa nach fremdem

Vorbilde gezähmt ſein können, da ſie von heimiſchen wilden Tieren abſtammen. Sicher iſt das Pferd in Europa gezähmt worden. Es war dem Morgenlande anfänglich unbekannt, und erſt vom Norden heranrückende fremde Eroberer brachten dieſes edle Tier dorthin.

Der Ackerbau wurde noch auf ſehr einfache Art betrieben. Wahrſcheinlich lag er ganz in der Hand der Frau, wie noch heute

bei vielen Naturvölkern. z. B. den Negern. Der Boden wurde

lediglich mit der Hacke bearbeitet. Steinerne Hacken werden be⸗ ſonders im Gebiete der Donauvölker, die ihre Tongefäße mit Bandverzierungen ſchmückten, häufig gefunden. Hackbau nennt man dieſe Art der Bodenwirtſchaft vor der Einführung des

Pfluges. Überall baute man Hirſe, Gerſte und Weizen in ver⸗

ſchiedenen Arten. Maſſenhaft liegen verkohlte Getreidekörner unter den ſteinzeitlichen Pfahlbauten. Anderswo findet man ſie

eingebacken im Wandlehm der Hütten oder in der Wandung der

Tongefäße. Seitdem der Däne Kriſtenſen das erſte Getreidekorn

in einer vorrgeſchichtlichen Scherbe fand, hat man auch in Gegenden, wo früher von Getreidereſten nichts vorlag, den Feld⸗ fruchtbau in der Steinzeit nachweiſen können. 4

Sicherlich haben ſchon dieJäger und Sammler älterer

Zeiten die nahrhaften Früchte von mancherlei wildwachſenden

Gräſern als Nahrungsmittel geſchätzt und zur Zeit der Reife ein⸗

geheimſt. So ſammeln die Neger Afrikas vielfach noch heute

wildes⸗Getreide, und ſelbſt in Norddeutſchland hat man bis vor kurzem den Samen eines wildwachſenden Graſes, des Schwaden oder Himmelstau, geſammelt und Grütze daraus gewonnen. Beim Ausbringen des Getreides aus den Ahren oder Riſpen und ſeiner weiteren Verwendung im Haushalte ging natürlich manches Korn verloren und wurde ſo in der Nähe der Wohnung ausgeſät. Im folgenden Jahre hat man dann dieſe unbeabſichtigten Aus⸗ ſaaten mit abgeerntet und dabei die Entdeckung gemacht, daß der vielfach umgewühlte und durch Unrat und Abfälle gedüngte Boden um die Hütte weit ſtattlichere Pflanzen mit reicherem Ertrage zeitigte als der ungeſtörte Boden der Wildnis. Dieſe Beobachtung mag den Menſchen bewogen haben, von der alleinigen Verwen⸗ dung wilden Grasſamens zum Anbau des Getreides überzugehen. Zuerſt hat man wohl nur kleine Flächen damit beſtellt, und lange Zeit hindurch mögen die Früchte, Blätter und Wurzeln wilder Gewächſe ein bedeutendere Rolle geſpielt haben als die noch ge⸗ ringeren Erträge des Ackers.

Auf Reibſteinen zerrieb man das Getreide zu Mehl. Auf der meiſt etwas ausgehöhlten Grundplatte liegt der kleinereLäufer, der häufiger rund als platt iſt. Das Brot wurde auf heißen Steinen in Form flacher Laibe oder Fladen gebacken. Die Stein⸗ zeitleute, die an dem Bodenſee und an vielen anderen Seen des

Alpengebietes ganze Dörfer auf Pfählen. die ſogenannten Pfahl⸗

bauten errichteten, haben dreierlei Brot gebacken: zweierlei Weizenbrot mit fein geriebenen oder groben Körnern und Hirſe⸗ Prot mit Weizenkörnern und Leinſamen. Die Gerſte wurde wohl geröſtet oder als Brei gegeſſen.] 2

y

5. Kg3 his+. 6. K f3 g4. 7. K 4 812. 8. KfS Sd. 9. Kes Seb. 10. Ta+ und gewinnt den Springer..

Niederrad: MontagsS 4 Nordend, Dienstags bei Walter, Weberſtraße 84.

Amerikaniſche Gewaltſchwimmerei

Myrtel Huddleſton, eine Frau von dreißig Jahren, die erſt im vorigen Jahre Schwimmen gelernt hatte, um ſchlanker zu werden, hat kürzlich bei dem dritten Verſuch den Catalina⸗Kanal durchſchwommen. Sie iſt die erſte Frau, die bei dieſem Wettbewerb einen Sieg erzielte. Als ſie an Land ſtieg, brach ſie ohnmächtig zuſammen, der Arzt ſtellte feſt, daß die linke Körperſeite völlig gelähmt war. Sie durchſchwamm die Strecke des Kanals, der eine Meile breiter iſt als der Ärmelkanal an ſeiner engſten Stelle, in zwanzig Stunden und zweiundvierzig Minuten, d. h. ſie brauchte fünf Stunden mehr als der ſiebzehnjährige Kanadier, der kürzlich bei dem Wettbewerb, an dem hundert Schwimmer beiderlei Ge⸗ ſchlechts teilnahmen, den erſten Preis von 5000 Pfund Sterling 1 gewann. Seine Konkurrentin, Frau Huddleſton, nahm während 1 des Schwimmens keinerlei Nahrung zu ſich. Vor Erregung fie⸗ 2. bernd, ſtieß ſie unter hyſteriſchem Schluchzen die letzte qualvolle 4 Viertelmeile mechaniſch vorwärts, während ihr elfjähriger Sohn, der ſie in einem Ruderboot begleitete, unaufhörlich rief:Vor⸗ wärts, Mamal! Gib nicht auf! Als die Schwimmerin wenige Meter vom Feſtlande entfernt ohnmächtig zu werden drohte, er⸗. mögtichte man ihr durch Darreichung eines Narkotikums eine letzte Kraftanſtrengung. Ein Mann ſprang aus den Begleitbooten 1 in die See und ſchwamm längsſeite der ſchluchzenden Frau, um durch Zuruf ihren Mut zu beleben. Dann wurde ſie von einer 3 4 Welle hochgehoben und vorwärts getragen, während ihre Arme nur noch träge Schwimmbewegungen machten und die Beine ſich 43 überhaupt nicht mehr bewegten. Nur mit Mühe ſtieg ſie an Land ſie hätte keine Viertelſtunde länger im Waſſer bleiben ürfen.

Schach⸗Ecke Die Schachecke wird bearbeitet von J. Bruchhäujer.

Frankfurt a. M., Waldſchmidtſtraße 29.: wohin auch alle Zu⸗ ſchriften und Löſungen zu ſenden ſind.

Aufgabe Nr. 97

J. R. Neukomm

ſ M 3 H C

74 4

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Matt in 2 Zügen Enoͤſpielſtudie Nr. 46 J. Moradee

Stellung: Weitß: Khs, T a2. Schwarz. Kgi, Bg7,.

Weiß gewinnt.

Lösung: Weih gewinnt nicht mit Kg7. sondern mit Kh7 Darin liegt die Pointe des Endspiels. 1. Kh 71 h4. 2. Kg h3. 3 Kgõ h2. 4. Kg4 hl D. 5. Kg3. Weiß gewinnt, da die Dame das

drohende Matt nicht decken kann. Hätte weiß den Bg/ geschlagen, würde jetzt Dhs für Schwarz gewinnen. Falls auf 4. Kg4.

Spielabende des Arbeiter⸗Schachtlubs Frankfurt a. M. Sachſenhauſen: Dienstags, bei Adrian, Affentorplatz. Innenſtadt: Montag,Zur Pfalz, Holzgraben 7.

ſchwarze Katze, Kelſterbacher Str. 28. Bornheim: Mittwoch, Pauly, Germaniaſtraße 49. b Riederwald: Mittwoch, Blank.. Bockenheim: Mittwoch, Moltkeeck, Ecke Varrentrappſtraße. Rödelheim: Mittwoch, Schwabeneck. Eſchborner Landſtraße 36.

Bahnhofsviertel: Donnerstag, Zum Regenbogen, Gutleutſtr. 151.

Für die Schriſtleitung verantwortlich: Oscar Quint.