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Die wahre Lehre von der Wiedergeburt, wurde in einer Gast-Predigt, … zu Laubach Anno 1739. den 24. May. am Fest der Heiligen Dreyeinigkeit … in der Stadt-Kirche zu Laubach / abgehandelt, gehalten, und dem Drucke überlassen von Johann Valer. Ludwig Nieder
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Die Lehre von der Wiedergeburt. 23

weſen; bedencket/ wie groß dieſe Sunde, und was vor ein abſcheulicher Greuel es ſey, wenn man unter die Rotte eines ſolchen verfluchten Tyrannen gehoͤret. Dem HErrn, welchem ihr allein zu dienen ſchuldig ſeyd, habt ihr allen Gehorſam verſaget; den Bund/ welchen er mit euch in der Wiedergeburt aufgerichtet habt ihr gebrochen; die groſſe Wohlthaten, die er euch geſchencket, habt ihr mit Fuͤſ⸗ ſen getretten, und euch in allen Stuͤcken als die Allerundanckbareſten aufgefuͤh⸗ ret; den HErrn, der euch Leben und Othem gegeben, den HErrn, der ſein eigen Blut zum Loͤſe⸗Geld vor euch gegeben, der ſich aus Liebe vor euch in den Tod gegeben; den HErrn, der euch ruffet und locket zu ſeiner Gemeinſchafft, und der darauf bedacht iſt wie er euch zurecht bringen, und ewig gluͤckſelig machen moͤge; dieſen HErrn aller Herren, dieſen Koͤnig aller Koͤnigen habt ihr ver⸗ laſſen, gegen dieſe allerhoͤchſte Majeſtaͤt habt ihr mit aufgehabener Hand ge⸗ ſuͤndiget, und euch als die allerſchaͤndlichſte Rebellen aufgefuͤhret; dahingegen ſeyd ihr uͤbergelauffen zu dem abgeſagteſten Feinde G Ottes, zu dem Fuͤrſten der Finſterniß, unt dieſem habt ihr euch in einen Bund eingelaſſen, und alle Kraͤſſte, die euch GOtt gegeben, in ſeinem Dienſte verzehret; dieſer hat euch gereitzet, den Nahmen eures Schoͤpfers zu laͤſtern, das Blut eures Erloͤſers mit Fuſſen zutretten, und allen Ruͤhrungen des heiligen Geiſtes zu wierſre, ben. O ſolten nun dieſe Umſtaͤnde euch nicht in die innigſte Betruͤbniß ſe⸗ tzen. Ach! wie kan es moͤglich ſeyn, ihr Elenden! daß euer Hertz bey dem allem noch guter Ding und in ſeiner Sicherheit bleiben kan? Ach ſolte es nicht von einer gottlichen Traurigkeit beklemnit werden ſolte es nicht vor banger Weh⸗ muth in tauſend Stuͤcker zerſpringen! machet euch auf, ſuchet ein Ecklein, da ihr weinen und in Thranen zerflieſſen moͤget. Werffet euch nieder auf euer Angeſicht zur Erde, und wehret euren Augen die gerechten Thraͤnen nicht. Gebet dem Geiſt GOttes Raum in euren Seelen, daß er eure Hertzen zerſchla⸗ gen, zermalmen und von goͤttlicher Traurigkeit anfuͤllen moͤge. Brechet aus in die hefftigſten Seuffzer, und laſſet euer Aechzen und Wintzelen vor dem Thro⸗ ne GOttes kund werden.

Laſſet euch ernſtlich angelegen ſeyn, mit eurem beleidigten Schoͤpfer in dem Verdienſte JEſu Chriſti ausgeſoͤhnet zu werden. Leget eure rebelliſche Waf⸗ fen nieder zu ſeinen Fuͤſſen,beuget eure Knie in tieſſter Demuth vor ſeinem An⸗

geſicht, und bittet ihn, daß er das Scepter ſeiner Gnaden gegen euch neigen wolle. Sprechet, hier lieg ich als ein armer todter Wurm zu deinen Fuͤſſen; erbarme dich uber mich, ſchaffe in mir ein ander Hertz, und laß die Krafft deines heiligen Geiſtes in meinem Gewiſſen, Verſtand und Willen ſich beweiſen, damit dieſelbe groſſe Veraͤnderung auch in mir vorgehe,ſo nothwendig erfordert wird wenn man in das Reich GOttes eingehen will. Bege⸗