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Die wahre Lehre von der Wiedergeburt, wurde in einer Gast-Predigt, … zu Laubach Anno 1739. den 24. May. am Fest der Heiligen Dreyeinigkeit … in der Stadt-Kirche zu Laubach / abgehandelt, gehalten, und dem Drucke überlassen von Johann Valer. Ludwig Nieder
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24 Die Lehre von der Wiedergeburk.

Begebet euch denn ungeſaumt in diejenige Ordnung,in welcher ihr zu dieſer Geburt aus GOtt, und zu dieſer Seligkeit gelangen koͤnnet. Zu dem Ende bittet den heiligen Geiſt, daß er Buſſe und Glauben in euch anzuͤnden wolle; in der Buſſe werdet ihr zwar manche Bitterkeit zu koſten haben, aber wiſſet, daß ſolche unangenehme Empfindungen nothwendig vorher gehen muſſen, ehe ihr zur Wiedergeburt, zur Verſichrung der Gnade G Ottes und zum Reich G Ottes ge⸗ langen koͤnnet. Laſſet es euch demnach nicht befremden, wenn euch das gantze Heer eurer Suͤnden unter Augen geſtellet wird, wenn die Fluͤche des Geſetzes uͤber euch donnern, und wenn die erzoͤrnte Majeſtaͤt G Ottes einige Blitze ihrer Ge⸗ rechtigkeit in eure Gewiſſen ſchieſſen laͤſſet; wenn euch die Schrecken des Todes umgeben, ja wenn ihr einen Vorſchmack der Hoͤllen empfindet. Haltet nur aus unter den Zuͤchtigungen des Heil. Geiſtes, damit er in euren Hertzen recht tief graben, und einen gewiſſen Grund zu dieſer neuen Geburt aus GOtt legen moͤge. Er wird ſchon die rechte Stunde in acht nehmen, da er euch von eurer groſſen Unſeligkeit auf einmal befreyen, und euch in der geheimen Geburt aller Seligkeit theilhafftig machen wird. O wie ruhig werden hierauf eure erſchro⸗ ckene Hertzen werden! welche Freude wird hierauf in euren bangen Gewiſſen entſtehen! welcher Troſt wird eure Seelen erquicken, und wie wohl wird euch alsdenn ſeyn, wenn ihr die Vergebung eurer Suͤnden erlanget, wenn ihr durch ſo viel rauhe Stuͤrme der Buß⸗Angſt gluͤcklich hindurch geſegelt, und in dem Hafen der Sicherheit angelanget ſeyd, wenn ihr in den Armen eures JEſu ruhet, Bena er euch auf ſeinen Schooß ſetzt/ und alle Buß⸗Thraͤnen abwiſcht von euren

ugen.

Shr aber, ihr theuren Seelen, die ihr dieſe groſſe Gnade der Veraͤnderung eures Hertzens erfahren habt, und die vorhin angefuͤhrte Kennzeichen der Wie⸗ dergeburt bey euch findet. Dancket eurem himmliſchen Vatter, vor dieſe groſſe Gnade, und wandelt vorſichtig, damit ihr dieſelbe nicht wieder verliehret. Schaͤ⸗ tzet eure Seligkeit recht hoch, und haltet ſie offt gegen eure vorige Unſeligkeit, auf daß ihr durch dieſen groſſen Unterſcheid deſtomehr zum Preiß GOttes er⸗ muntert werdet. Thut aber auch offt einen Blick in eure zukuͤnfftige Selig⸗ keit, und freuet euch mit einer unausſprechlichen hertzlichen Freude darauf, daß

ihr alsdenn zum voͤlligen Beſitz aller Gnaden und Heils⸗Guͤther gelan⸗

gen ſollet, die euch ſchon her ſo gluͤckſelig gemacht haben. men.

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