IEſu bey der Bekehrung eines Suͤnders. 23
kuͤndigen, und uns den Gnaden⸗Haͤnden JEſu Chriſti uͤberlaſſen; Laſſet uns mit Mund und Hertz in der Wahrheit ſagen, das wir ſonſt wohl oͤffters ohne Andacht moͤgen geſungen haben: Weg Welt, weg Suͤnd! dir geb ich nicht, mein Hertz nur JEſu dir, iſt diß Geſchencke zu gericht, behalt es für und fuͤr. O wie wurde ich mich und ihr alle mit einanber in der Ewig⸗ keit daruͤber freuen, wenn viele Hundert aus dieſer verſamleten Gemeinde, auch dnrch dieſe Vorſtellung moͤchten beweget und getrieben werden, heute noch an dieſem Tage einen wahrhafftigen Anfang zu einer wahren Buſſe und grundli⸗ chen Bekehrung zu machen, und ihrem freundlichen Heiland in den uͤbrigen Lebens⸗Jahren ſich gantz und gar mit Leib und Seele aufzuopfern. Wie wuͤrde der Himmel ſelbſt uͤber ſolche Entſchlieſſung ein Freuden⸗Gethoͤn ma⸗ chen, und wie wuͤrden alle heilige Engelund Himmels⸗Buͤrger daruͤber jauch⸗ zen und frolocken, wenn ſich Seelen faͤnden, die des grauſamen Joch des Teufels uberdruͤßig waͤren, und ſich das ſanffte und ſuͤſſe Liebes⸗Joch JEſu Chriſti wolten auffegen laſſen.
So komme denn wer Suͤnder heiſt/
Und wen die Suͤnden Noth betruͤbet/
Zu dem den keinen von ſich weiſt/
Der ſich gebeugt zu ihm begiebet.
Wie! wilſt du dir im Lichten ſtehn?
Und ohne Noth verlohren gehn?
Wilſt du der Suͤnden langer dienen?
Da dich zu retten er erſchienen:
O nein! verlaß die Suͤnden⸗ Bahn/ Nein Heiland nimmt die Suͤnder an.
1 O Komm nur muͤhſelig und gebuͤckt, komm nur, ſo gut du weiſt zu kommen; Wenn gleich die Laſt dich nieder druͤckt, du wirſt auch kriechend angenommen. Sieh, wie ſein Hertz dir offen ſteht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Fle⸗ hen, ſich bruͤnſtig nach dir umgeſehen? So komm denn armer Wurm heran, Mein Hirte nimmt die Suͤnder an.
Euch aber, ihr theure Seelen„ die ihr euch uͤberreden, und durch den Zug des Vatters euch zu euren Heiland und irien bringen


