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Das liebreiche Einladen und holdselige Bewillkommen des Herrn Jesu bey der Bekehrung eines armen Sünders wurde in einer ... zu Laubach gehaltenen Prob-Predigt 1739 / vorgestellt und dem Drucke übergeben von Johann Valer. Ludwig Nieder
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JIwſu bey der Bekehrung eines Suͤnders. 17

em elenden Fuſtand heraus fuͤhren und wie der zu meiner veme e bringen/ du ſolſt in deiner Irre nicht verlohren gehen, ondern das ewige Leben haben. Nichts erfreulichers koͤnnte nun einen armen verwundeten und zerbrochenen Schaaf ſeyn, das vor dem goͤttlichen Gerichte ſtehet, und nach der dber zengung ſeines eigenen Gewiſſens das Urtheil der Verdamniß uͤber ſich ſelbſten ſprechen muß, als wenn dieſe Gnaden⸗Stimme des guten Hir⸗ ten IEſn Chriſti erſchallet, und es, wie von ferne ſiehet, daß ihm um deſſelbigen blutigen Wunden willen Huͤlffe und Errettung vor ſeine arme Seele wiederfahren ſoll. 1 II. Es laͤſt es aber der gute Hirte dabey nicht bewenden, daß er die um ihr ewiges Heil bekuͤmmerte Schafen nur liebreich und freundlich zurufft; ſondern er nimmt ſie auch alſo wieder auf zu Gnaden unter ſeine Heerde, daß er ihnen die Vergebung aller ihrer Vergehung und Ubertrettungen wircklich ſchencket, und das gnaͤ⸗ dige Urtheil faͤllet, daß ihnen zugleich alle zeitliche und ewige Stra⸗ fen, die ſie mit ihren Suͤnden verdienet, gnaͤdig nachgelaͤſſen und geſchencket ſeyn ſollen. Mit eben ſolcher Barmhertzigkeit eipfaͤn⸗ et er nun noch alle muͤhſelige und beladene auf das allerzaͤrtlich⸗ te, und ablolviret ſie vor ſeinem Gericht von allen ihren begange⸗ nen Suͤnden. Wenn nun GOtt einen Suͤnder in ſeinem Gericht vor gerecht erklaͤret, ſo eignet er ihm zu 1) die vollkommene Ge⸗ nach kestann Unſchuld, und den gantzen blutigen Gehorſann ſei⸗ nes Sohnes, nicht anders, als ob er denſelben in eigener Perſon geleiſtet, und dadurch ein vollkommenes Recht zu aller Gnade und Seeligkeit erlanget haͤtte. 2) Um dieſer zugerechneten Gerech⸗ tigkeit IEſu Chriſti willen rechnet er ihm hingegen nicht zu ſeine vorige Ulbertrettungen und Suͤnden, ſondern er ſpricht ihn von denſelben und allen dadurch verdienten Strafen ſo vollkommen frey und loß, als ob er in ſeinem Baußen Leben uiemals GOttes⸗Ge⸗ bote uͤbertretten haͤtte. Er gibt ihm 3) ein wohlgegruͤndetes Recht zu ſeiner Gemeinſchafft und allen datniit verenlheſten Vor⸗ rechten Wohlthaten unm Seligkeiten und dieſes zu geſprochene Recht laͤſt er ihn alſobald genieſſen, 6 daß er ihn zu Gnaden an⸗ nimt,