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Das liebreiche Einladen und holdselige Bewillkommen des Herrn Jesu bey der Bekehrung eines armen Sünders wurde in einer ... zu Laubach gehaltenen Prob-Predigt 1739 / vorgestellt und dem Drucke übergeben von Johann Valer. Ludwig Nieder
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2 Die liebreiche Einladung und das freundliche Bewillkommen Gleichniß, 90. Schaafe gegen eins ſetzet, welches der Juden ihre gemeine Vergleichung geweſen, wenn ſie viel gegen wenig haben halten wollen; und daß er in dem andern Gleichniß vedet von einem Weibe, welches 10. Groſchen hat/ und einen da⸗ von verliehret. Ein Weib, die nur 10. Groſchen hat/ iſt ein arm Weib, und einer ſolchen Perſon iſt gar viel daran ge⸗ legen, wenn ſie auch nur einen verliehret. Derowegen zuͤndet ſie auch em Licht an/ und kehret das Hauß und ſuchet/ nicht uͤberhin, ſondern mit Fleiß/ biß ſie ihn finde lind das heiſt alles ſo viel: ihm ſey gar ſehr viel auch an einem eintzigen Suͤnder gelegen, wenn derſelbe verlohren worden; und darum wolle er auch allen Fleiß und Muͤhe anwenden, ihn von dem Un⸗ tergang ſeines ewigen Verderbens zu erretten.

Das verlohrne und wieder gefundene Schaaf/ der ver⸗ lohrne und wieder gefundene Groſchen/ find/ wie es unſer Heyland ſelber ausleget in unſerem Evangelio, ein Suͤnder/ der Buſſe thut/ der in ſeinen Suͤnden ſich vergangen und ver⸗ irret, nachmals aber wieder bekehret wird. Daß aber, wie in unſerem heutigen Evangelio geredet wird, im LEummel groͤſſere

reude üͦͤber der Bekehrung eines ſolchen Suͤnders/ denn

uüͤber viel Gerechte und Fromme iſt auf Menſchen weiſe Kredet. Denn der Menſchen Gewo

nheit iſt es, daß ſie ſich uͤber was neues, das ſie erſt bekommen, oder wieder finden, ſich

mehr freuen, als uͤber dem, das ſie vorhin haben. Dieſes aber

iſt nicht ſo ſchlechthin in GOtt zu finden, ſondern es ſoll uns nur vorſtellen, wie lieb es ihm ſey, wenn ein Suͤnder Buſſe thut. Wir waren alle verlohren, Chriſtus aber iſt als der gute Hirte

kommen, uns zu ſuchen, und hat muͤſſen ein Licht anzuͤnden in ſei⸗

nem Evangelio, auf daß wir nicht im finſtern bleiben duͤrfften,

ſondern in ſeinem Lichte, das Licht ewig ſehen koͤnten. Weil

wit nun denen Engeln GOttes gleich werden ſollen/ ſo freuen ſich die Engel GOttes uͤber einen jeden Sunder der Buſſe thut; darum daß ihr Dienſt nicht vergeblich geweſen, und⸗ ihre Geſellſchafft in Himmel vermehret wird. Keines