eines armen Suͤnders bey dem Srrn Jæſu. 1
gen Suͤndern auf das allerfreundlichſte zu, und begehret, daß ſie ich zu ihin wenden, und in ihm die wahre Scligkeit vor ihren un⸗ ſterblichen Geiſt ſuchen und annehmen ſollen. Matth. XI. 28. Von Natur iſt das Hertz des Menſchen von GOtt ſehr weit entfernet, und traͤget nur Verlangen und Begierde, nach denen Dingen de⸗ rer Eitelkeiten, worinnen doch keine wahre Ruhe und Vergnu⸗ 8 ſondern vielmehr lauter Mißvergnuͤgen, Unruhe, Angſt,
ein und Unzufriedenheit anzutreffen iſt. Da nun aber doch der
Err JEſus ein ſehnliches Verlangen und inbruͤnſtige Begierde nach der Wohlfahrt der armen Menſchen hat, weil er um deßwil⸗ len in dieſe Welt gekommen, und ihn ſein theures Blut gekoſtet, ſie aus der Gewalt des Teuffels wiedernm zu erloͤſen, und von deſſen Dienſt und Tyraaney ſie zu befreyen: ſo will er ſie alſo nicht gern in dieſer Tyranniſchen Herrſchafft und groͤſten Unſe⸗ ligkeit liegen laſſen, ſondern ruffet ihnen ſo ernſtlich, ſo begierig, ſo inbruͤnſtig und ſehnlich zu: Konumet doch nur her zu mir, als der Quelle und der Grund alles Guten und aller Seligkeit, ſehet hingegen alle andere Dinge mit dem Ruͤcken an: ſo will ich euch erquicken, und in mir und meiner Gemeinſchafft laben.
Sehet, ein ſolches liebreiches und Erbarmungs⸗volles Hertz gegen arme elende Suͤnder bezeuget der HErr JEſus, als der gute Hirte, ſelbſt in unſerem heutigen Evangelio, Luc. XV. als worin er uns ſein Verlangen, die Suͤnder ſelig zu machen zu er⸗ kennen giebet. Denn durch den Nenſchen/ welcher ſein Schaaf/ und das Weib/ die ihren Groſchen verlohren /ſtellet ſich Chri⸗ ſtus ſelbſt vor, und zwar in ſeiner groſſen Liebe gegen die Suͤn⸗ der. Denn obwohl GOtt eigentlich nichts verliehret, wenn ein Menſch verlohren wird, weil er unſer nicht bedarff; ſondern wir Menſchen verliehren alles, wenn wir uns von GOtt verirren; ſo bezeuget ſich doch der HErr JEſus bey den Suͤndern, wie die Leute, die etwas verlohren haben, und ihr Verluſt iſt ihm ſein Verluſt, und gehet ihm ſehr zu Hertzen. Es iſt auch ein Merck⸗ mal groſſer Liebe gegen die lmien Suͤnder, daß er in deniſten
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