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Der Skiläufer : ein Lehr- und Wanderbuch / von A. Fendrich ; mit 8 Tafeln und zahlreichen Textbildern von Dr. R. Biehler
Entstehung
Seite
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feine Fühlung mit dem Brett iſt, daß dieſe Bindung am zäheſten von allen am Fuß feſthält und dieſen an der Ferſe zwiſchen Kappe und Riſterriemen liebevoll einpreßt, nicht los⸗ läßt, man mag fallen, wie man will. Der einzige Vorteil der guten Führung iſt bei der Kappenbildung nur auf Koſten der Zehen vorhanden. Nur wenn man den vorderen Niemen ſo feſt anzieht, daß die Zehen von oben brutal auf die Balata⸗ ſohle gepreßt werden, hat man Führung. Sonſt wackelt die Fußſpitze zwiſchen den zwei loſen Ringen, die den Zehen⸗ riemen halten, hin und her. Das iſt überhaupt das Charak⸗ teriſtiſche an dieſem Syſtem, daß es für jeden Fuß paßt und doch für keinen richtig; daß die Bindung da feſtſitzt, wo ſie nicht ſoll, und da nicht, wo ſie ſoll. Es iſt eine Allerwelts⸗ bindung, die einzig in Schneeſchuhausleihgeſchäften ihrer Verwendbarkeit halber für jeden Fuß am Platze iſt. Aber ihr Vorteil iſt ihr Nachteil. Am Fuße eines tüchtigen Ski⸗ läufers iſt ſie nie zu entdecken. Aber auch diejenigen Freunde unſeres Sports, denen ſie bis jetzt genügt hat, ſollten deſſen doch eingedenk ſein, daß, wenn ſie bis jetzt mit heilen Füßen davongekommen ſind, ihre Bindung daran unſchuldig iſt. Was ich hier einmal klar und ohne Umſchweife geſagt habe, das haben anerkannte Autoritäten des Skilaufs ſchon oft zart angedeutet. Leider bis jetzt ohne großen Erfolg. Denn das Gros der Skiläufer fährt immer noch Kappenbindung.

Alpenſkibindung.

Sie iſt bekannter unter dem früheren Namen Lilienfeld⸗ bindung, den ſie nach einem Landſtädtchen in Steiermark erhalten hat, deſſen ſteile Gebirgshalden für den Erfinder dieſer Bindung, den Maler Zdarsky, die erſten Verſuchsfelder waren. Sie will, wie ihr neuerer Name auch beſagt, als Spezialbindung für ſteiles Gelände angeſehen werden. Sie iſt eine ſinnreiche, aber komplizierte Erfindung und hat mehr Schnee aufgewirbelt als alle anderen Bindungen zuſammen. Sie war der Mittelpunkt des Streites zwiſchen den Lilien⸗ feldern und den Schwarzwäldern. Noch vor wenigen Jahren gehörte eine ſehr große Selbſtändigkeit dazu, um im Schwarz⸗ wald Alpenſki zu fahren. Die Norweger Nichtung im Schwarz⸗ wald ſah einenLilienfelder früher gerade ſo an, wie die Schwarzwälder Bauern den erſten Skifahrer überhaupt: als nicht ganz normal. Jetzt iſt die Fehde geſchlichtet, und man ſteht ſich mit mehr Verſtändnis gegenüber.