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Der Skiläufer : ein Lehr- und Wanderbuch / von A. Fendrich ; mit 8 Tafeln und zahlreichen Textbildern von Dr. R. Biehler
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Norwegern ans Herz gewachſen war, das zeigt ſich in einem Volkslied des vierzehnten FJahrhunderts, wo der Refrain lautet:

Hemeningen, das junge Blut,

Auf Schneeſchuhen lief gar gut.

Da aber, wo der Schneeſchuh nicht geradezu Exiſtenz⸗ bedingung war, da zeigen ſich die auf⸗ und abſteigenden Kurvenlinien in der Geſchichte der Menſchheit auch in der Geſchichte des Schneeſchuhs. Die Tatſache, daß eine Erfin⸗ dung nützlich und angenehm iſt, genügt nicht, die Menſchen dauernd an ſie zu feſſeln. Es ſcheint, als ob auch das Beſte mit der Zeit ſeinen Neiz verlöre und oft, auch ohne zwingende Gründe, nur der Abwechſlung halber wieder aufgegeben wurde. Die Mode iſt nicht nur Sache der Frauen und der Toiletten, ſondern zieht in gewaltigen Wellen durch die Entwicklungs⸗ geſchichte aller wichtigen Gebrauchsgegenſtände. Wichtige Er⸗ findungen des menſchlichen Geiſtes verſchwinden oft ſpurlos, um nach einigen Jahrhunderten oder Jahrtauſenden wieder erfunden zu werden.

Auch vom Ski gilt das alte Wort Ben Akibas, daß alles ſchon einmal dageweſen ſei, und es iſt zweifelhaft, ob auch im einundzwanzigſten Jahrhundert in den deutſchen Mittelgebir⸗ gen oder den Alpen gerade noch ſo Ski gelaufen wird, wie heute.

Wer das nicht glaubt, dem ſei die kleine Hiſtorie von den Krainer Schneeſchuhläufern in der zweiten Hälfte des ſieb⸗ zehnten Jahrhunderts erzählt. Dieſe hatten nämlich eine rare Invention, wie der von ſeiner Heimat begeiſterte Hiſtoriker Valvaſor in einem 1689 in Laibach gedruckten Schweinslederfolianten mitteilt. Dieſe Invention waren Schnee⸗ ſchuhe, welche die Bauern in dem ſchneereichen öſterreichiſchen Bergland offenbar ſehr kunſtgerecht gebrauchten. Obwohl ſie mit einemſtarken Stecken unter der Achſel aufzwei hül⸗ zernen Brettlein, ſo ein vierteil Zoll dick, einen halben Werk⸗ ſchuh breit und ungefähr fünf Werkſchuhe lang waren, die Berge herabfuhren, kannten ſie doch ſchon ſehr gut das Bogen⸗ fahren und das, was man in Norwegen Slalom nennt. Denn es iſt ihnen kein Berg zu gähe, noch ſo häufig mit großen Bäumen bewachſen, daß ſie nicht denſelben auf dieſe Weiſe hinabfahren können. Denn ſie winden und krümmen ihre Abfahrt, ſchlangenweiſe, wann ihnen was verhinder⸗