35 Sehnl. Verl. nach aem 5. Abendm.
mein Hertz vor allen fremden Gedancken, und mein Gemuͤth von aller Verſtoͤhrung und Zer⸗ flreuung. Du haß deinen Juͤngern die Fuͤſſe ge⸗ waſchen, ehe ſie das hei⸗ lige Abendmahl genom⸗ men: Waſche mich auch, daß ich rein werde von aller Unreinigkeit. Staͤr⸗ cke meinen Glauben, ent⸗ Zzuͤnde meine Liebe, ver⸗ mehre meine Hoffnung, erwecke meine Andacht. Heilige mich durch und durch, auf daß ich in hertz⸗ licher Zuverſicht hinzu tre⸗ te, mit reinem Munde und heiligem Hertzen neh⸗ me, eſſe und trincke zu meiner Seelen Leben, Heil und Seegen, Amen.
Sehnliches Ver⸗ langen einer glaͤubi⸗ gen Seele nach der SGenieſſung des Heil. Abendmahls.
ein Heiland! wie groß iſt deine Llebe,
und wie unausſprechlich deine Treue. Wer kann dich genugſam lieben, und nach Würden loben? Solt ich gleich in Gegen⸗ liebe gantz zerflieſſen, ſo wuͤrde es doch mein Lie⸗ ber, gegen deine Liebe we⸗ niger zu achten ſeyn, als ein Tropffe gegen dem groſſen Meer. Denn du biſt die ewige Liebe ſelbſt. Was iſt aber das Endliche
Selig ſind, die deiner Liebe wuͤrcklich genieſſen. Selig find, die du im Abendmahl ſpeiſeſt und
dieſes Mahl anders, als ein Beweiß deiner Liebe, ein Pfand deiner beſtaͤndi⸗ gen Treue, ein Band der geiſtlichen Vereinigung, ein Zeugniß deiner anaͤdi⸗ gen Gegenwart, ein Ge⸗ daͤchtniß deines Leidens, ein Spiegel der Auferße⸗ hung zum ewigen Leben, und eine Verſicherung der ewigen Seelig keit. Darngch verlanget und ſebnet ſich meine Seele. Laß mich in der That er⸗
fahren, daß dieſe Speiſe
ſey eine Staͤrcke in Schwachheit, ein Troſt in Traurigkeit, eine Freude in Leiden, eine bewaͤhrte Artzney wieder alle See⸗ len⸗Kranckheiten, ein heil⸗ ſames Mittel wider den geiſtlichen und ewigen Tod. Erbebe meine See⸗ le uͤber alle menſchliche Vernunft und uͤber alle leibliche Sinne. Du bit meiner Seelen ewiges Le⸗ ben, und meines Lebens einiger Aufenthalt. In dir habe ich volle Gnuͤge. Zeuch mich nach dir. Er⸗ quicke mich nach deiner gnädigen Verheiſſung; Staͤrcke meinen Gelſt nach allen ſeinen Kräf⸗ ten, um deiner Guͤte wil⸗ len. Laß mich ſeben del⸗ ne Freundlichkeit, und ſchmecken deine Suͤßig⸗ keit. Laß mich ſpuͤhren
Legen dem Unendlichen!
deine Gnade, und em pfinden
traͤnckeſt. Denn was iſt


