Druckschrift 
Geistliche und Liebliche Lieder, Welche der Geist des Glaubens durch Doct. Martin Luthern, Johann Hermann, Paul Gerhard, und andere seine Werckzeuge, in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen ... bekannt, ... gedrucket und eingeführet worden : Nebst einigen Gebeten und einer Vorrede von Johann Porst
Entstehung
Einzelbild herunterladen

792

Anhang.

davon Kon ge und fromme Leut, ſein warteten vor langer Zeit. 9. Ob ſie wohl, wie ihr Hertz begehrt, des leib⸗ lich'n nicht wurden ge⸗ waͤhrt, doch hatten ſte im Glauben Troſt, daß ſie folten werden erloͤſt. 10. Da aber kam die rechte Zeit, von welcher Jacob propheieiht, laſ er ihm eine Jungfrau aus, einen Mann vertraut von Davids Haus.

11. In der wuͤrckt Gott mit ſeiner Kraft, ſchuf vom Blut ihrer Jungfrauſchaft, das rein und benedeyte Kind, bey dem man Gnad und Wahrheit findt.

12. O Chriſte! bene⸗ deyte Frucht, empfangen rein von aller Zucht, ge⸗ benedey und mach uns frey, ſey unſer Troſt, Heil

923. Mel. O Haupt voll Blut ꝛc.

Woch auf ihr Men,; chen ⸗ Kinder! ach wachet! wacht recht auf! Wacht auf! ihr frechen Suͤnder! wach auf! du fre⸗ cher Hauf! wilt du noch lange ſchlafen? Die Zeit fleucht wie ein Pfeil, wer ſeiner Seel will ſchaffen ihr ewig Heil, der eil.

2. Eil, wer da kaun ent⸗ rinnen der ſchweren Hoͤl⸗ len⸗ Pein: haſt du noch deine Sinnen, o Menſch,

denck, was wird ſeyn, die

Feuers ⸗ Glut der Hollen dort leiden obne Ziel, man

kann ſichs kaum vorſſellen, der Marter iſt zu viel.

3. Schmertzen, zu groß iſt

mand zu Hertzen, das ſieht man uͤberall, wie wills zu⸗ d

Tag hinein; in Schlem⸗ men, Freſſen, Saufen, das End kann nicht gut ſeyn. 4. Gut kanns nicht ſeyn bey denen, die in die Welt verliebt, und bloß darnach ſich ſehnen, was ſte fur Luſt ausuͤbt, Hoffart, Fleiſch⸗ Augen ⸗Luſt, zu ihrem Zweck gefetzt, ach! daß doch mancher buͤßte, dafuͤr das ihn ergoͤtzt. 15 5. Ergoͤtz ſt du dich an Dingen, s Menſch? ein n Augenblick, die ewig Lei⸗ den bringen, und liebeſt deinen Strick, der dir das Leben raubet, dich toͤdtet und verkehrt, kaum einer dieſes glaubet, bis er es ſelbſt erfahrt.

ren, was Hoͤll und Ewig⸗ keit, ach! willſt du's dar⸗ auf ſparen, thu's nicht, heut iſts noch Zeit, be⸗ kehre dich von Hertzen, daß du der Quaal entgehſt, denck, denn gilt es nicht

Richter ſtehſt

7. Der d faͤllet, das Leben rund ab⸗ ſpricht, zum Teufel dich ge⸗

leſellet, des ewgen Tods Ge⸗

licht, o Zeter! Ach! Weh! swird da ſeyn, wenn in die Marter⸗Kammer der Hen⸗ cker ſchleppt hinein, 94

9

Zu viel ſind alle dh ihre Quaal, doch faßt nie⸗

letzt ablaufen, man lebt in m de

6. Zu ſpaͤt iſts zu erfah⸗ 10

Schertzen, wenn du vorm en ir das urtheil ah

Jammer! Welch Heulen uc