1
— Die achte Predigt
Furcht/ daher auch G. Ott der HErr in ſeinem heiligen Wort den Vngehorſamen und Gottloſen dreuet/ daß Er ſie ihren Feinden u Knechten uͤbergeben/ und der Dienſtbarkeit unterwerffen wolle/ Deut- 198. Heut. 24, Fer. 11. Aber ſo elend und jaͤmmerlich/ ſo arm und un⸗ Jerem. J7. ſelig die weltliche Knechtſchafft und Leibeigenſchafft/ ſo herniich/ aͤrtrefflich/ erwuͤnſcht und ſelig im Gegentheil die Knechtſchaffe G Ottes da ein Menſch in den Dienſt G Oites koͤmt/ und deſſel⸗ ben Leib/ und Seel⸗ eigen wird. Dann theuer und werth iſt
ſolche edle/ freye Knechtſchafft:
1.(1) Daß ſie theuer erkaufft und zu wegen gebracht; Magno pre. dgpon der Apoſiel redet. Cor. 5. Ihr ſeyd theuer erkaufft/ . werdet nicht der Menſchen Knechte/ das iſt dienet nicht den 1. Gor.7,v. 3 Menſchen dieſer Welt in allerley Suͤnden zu ihtem Gefallen/ 1.SO7eY, z ſondern bleibt in dem Dienſt G Ottes/ als der euch theuer zu ſeinen
Knechten erkauffet hat. Welches in der Außlegung des andern Artickels Chriſtliches Glaubens etwas deutlicher vom H. Luube. do erklaͤret wird/ da wir mit allen Glaͤubigen bekennen daß IE⸗ us CHriſtus GOttes und Marien Sohn uns erloͤſet ha⸗
be von allen Sünden/ ꝛc. auff daß wir ſein eigen ſeyn/ und in ſeinem Reich unter dhn leben und Ihm dienen/ in ewi⸗
ger Gerechtigkeit/ Vnſchuld und Seligkeit. 2.„(2.) Daß ſolche ſelige Knechtſchafft mit eitel koͤſtlichen/
Res pretio: ſwerthen Geſchaͤfften und Vbungen umbgehet. Der Apoſtel be⸗
Serrsctat. greiffts mit einem Wort/ Rom. 4daer ſagt Nun hrſeyd wor⸗ Bom, 6. den von der Suͤude/ ſo ſeyd ihr Knechte worden der Ge⸗ rechtigkeit. Iſt alſo die Gerechtigkeit das 342 und Watl/ in welchem ſich die Glaͤubigen allezeit finden laſſen/ da der Apoſtel die Juſtitiam unierſalom, die jenige allgemeine Gerechtigtel bet⸗ Keht die alle Chriſuliche Tugenden in ſich begreifft/ welche ndas allerfoͤſtlichſte Werckiſt.
3. 63.) Weil dadurch der Menſch ſelbſt vor Gecc dem flowiner in Eyrn/demer dienetſtagleh werthen leber und angened ner win⸗
——————.——————————,—— —— 8——— 8—*————


