Teil eines Werkes 
2 (1817) L-Z : mit einigen Nachtr.
Entstehung
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Paris,(Br. 480 50° 10° L. 200) Franz. Hptst. des Reichs und des Dep. Seine, Residenz des Monarchen, Sitz der Na- tionalrepräsentation,

hörden, eines königl. Gerichtshofs, Tri- bunals, Prevotalgerichts, Handelsge- richts und Handelskammer, der ersten Militärdivisien und ersten Forstkonser-

vation. Sie liegt an beiden Ufern der Seine, bildet mit ihren Vorstädten ein unregelmälsiges Oval, hat einen Flä-

cheninhalt von 1,601,644 Ruthen, u. wird in 3 Theile, Cite, la ville und luniver- site, getheilt, wozu ıo Vorst. kommen, die mit den 3 Stadttheilen jetzt unter 438 Quartiere vertheilt sind. Sowohl Stadt als Vorst, sind mit wallähnlichen Boulevards, welche zugleich angenehme Alleen bilden, und letztere mit Manern umgeben; aus denselben führen 57 Bar- xieren oder Gatterthore in das Freie, in die St, selbst tritt man durch ı9 Thore ein. Die beiden durch die Seine ge- trennten Stadttheile verbinden 16 Brük- ken, worunter der pont neuf, der pont de Louis XVI., der pont royal und die Brücken.der Invaliden und des Pflan- zengartens die schönsten sind... An öf- fentlichen Plätzen: werden 70 gezählt, worunter der Platz Louis XV. mit dem Tuileriegarten und den Elysäischen Xeldern, der Tuilerienplatz, der Platz Vendöme mit der 135 Fufs hohen Säule von Austerlitz, der chainp de Mars, der Grevgplatz, wo die Hinrichtungen ge- scheheu, die place royale, des Vosges mit Hautpoults Statue, de la Bastille, du Museum, du Louvre etc. die merk- würdıgsten sind; an Stralsen 1,089, an Gassen 17, an Sackgassen 144, an Durch- gängen 77, an Boulevards ı8, an Alleen 2, an Avenues 17, an Kaien 32, an Ha- ven 7, an Hallens, an Märkten 22 und an innern Höfen 23. Man findet über 20 Paläste, wohin die Tuilerien mit ihren beiden Pavillons de Marsan und de Flore, das Louvre mit seiner herrli- chen Kolonnade, die Paläste LuXxem- burg(Sitz der Pairskammer),Bourbon (Sıiz der Deputirten) und der Gerech- tigkeit(Sitz der Gerichtshöfe), das Pa- laıs royal gehören, und mehr als 1,000 grolse Hotels und andere merkwürdige Gebäude, unter ändern das Hotel de ville, de Soubise, de Conde ‚der erzbi- schöfl. Palast, die Gardemeuble, das Ar- senal, die Münze, der Temple, das gro- {se und kleine Chatelet. Neben ı2 kath. Pfk. und 27 Filialk.,, worunter die Ka- thedr. Nötre Däme, dieK.S. Eustache, $. Roche, S. Paul,$. Gervais, das Pan-

'theon, zum Ruheplatze ausgezeichneter

Staatsmänner und Feldherrn bestimmt, die K. der Sorbonne etc. sich hervor- heben, giebtesı luih., 3 ref. K. und 3 Synag. Häuser 34,380. Voiksmenge: zw. 525 bis 530,000 Ind. Paris wird in ı2 Mu- nizipalsiäten eingetheilt, deren jede A Quartiere umfalst; diese 12: Munizipali- täten bilden 4 Wahlbezirke, wovon je- der ein Wahlkollegium von zo Mitgl. besitzt; die Bürgerschaft ist in ı2 Le- gionen Nationalgarde zu Fuls und ı Le- gion zu Pferde eingetheilt. Es hat so viele Friedensgerichte, als Mairien. An der Spitze der Polizei steht ein Präfekt; jedes der 48 Quartiere hat seinen Pol- zeikommissair. Ein Polizeikorps von 4 Komp., die Garde royale de la ville de Paris sorgt für die innere Sicherheit der Stadt. Diese wird zur Nachtzeit durch 4,209 Reverberen und 9,485 Arm-

des Staatsraths, der Ministerien und übrigen Zentralbe-

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laternen erleuchtet; die Feueranstalten sind vortreflich; ein corps de Sappeurs Beihpiers eilt bei jeder Feuersgefahr

erbei; es giebt 2 Feuermaschinen und gI Rettungsanstalten. Die Wasserlei.- tung Arcueil versorgt die 7 Wasserbe- hälter und 66 öffentl, Springbrunnen mit Wasser, aber der neue Öurcgkanal ist noch nicht fertig."Ueber die Ge- sundheit wacht ein eignes Conseil de Salubrite; man zählt 430 Aerzte, y0' Doktoren der Chirurgie, 291 andere Chi- rurgen und 179 Apotheker, ı eigenes Haken general zur unentgeldl. Ein- ımpiung der Schutzblattern,"12 öffentl. Badeplätze, 2 Schwimmschulen, aber auch zwischen zo bis 60,000 öffentl. Mäd- chen, deren Uummelplatz, das Palais royal ist. Der Gefängnisse sind 12, worunter der Temple, die beiden Cha- telets und das Fori VEveque. Paris ist der Sitz der Zentralkommission für den öffentl. Unterricht und einer Akademie

‚mit 5 Fakultäten und vortrefl. Hülfs-

anstalten, auch ı Schule der Pharma- cie, dann r Normalschule, ALyzäen, des verein. Britt. Seminars, 12 Seminarien, 39 Institutionen, 228 ezialschulen, des College de France, des Längenbureau, der oriental. Schule, der polytechni- schen Schule, der königl. Musikschule, der Mosaikschule, der Schule der schö- nen Känste, der Steinschneideschule, der Schule für Künste und Handwerker, der beiden Zeichnenschulen und des Konservatoriums der Musik und Dekla- mation. Unter ‚den ı7 gelehrten Ge- sellschaften zeichnen sich aus: das kön. Institut mit seineny Akademien, die kön. Ackerbaugesellschaft, die Societe de-Medecine, de Vaccine, pour lencou- rag. de lindustrie nation., de lhistoire naturelle, lAthenee.. Zu den Hülfsan-. stalten gehören die 4 grofsen Königl. Bi-

bliotheken, die Bibliothek der St. Paris

und ı2 andere öffentl. Bibliotheken, das Franz. Museum, die Gemäldegalerie im Palaste Luxemburg, die Münze der Me- daillen, das Mineralienkabinet bei der

ünze, die Sternwarte, der königl. bot. Garten mit der Menagerie, die Modeil- kammer, die Werkstätte der Chalko- graphen, das Conservatoire des arts et metiers und sehr viele Privatisammlun- sen. 1798 zählte man in Paris 455 Buch- händl

er, ‚133 Buchdrucker, 55 Kupfer- drucker, 74 Musikhändler und 37 Ku- pierstecher, aber Paris ist auch der Sitz

des ganzen Französ. Buch- und Kunst- handels Eine eigne Administration, in 5 Divisionen getheilt, sorgt für den Un- terhalt von mehr als 40,00c Hülfsbe- dürftigen und Kranken, die in den mil- den Stiftungen leben, so wie für dieje- nigen, die in den Häusern Unterstützung empfangen. Man hat ı4 Krankenhäuser und darunter das Hotel Dieu mit 1,200 Beiten, die Charite u. s. w., dann das. Hospice de Maternite, ein Entbindungs- haus, worin jährl. 3 bis 4,000 Schwan- gere aufgenommen und über 200 Heb- ammen unterrichtet werden, 6 Hosp., wor, die Salpetrerie für 5,500 Perso- nen, 1 Waisen- und ı Findelhaus; für das Militär das von Louis XIV. 1670 ge- stiftete prächtige Invalidenhaus am Champ de Mars, welches 2,572 Offiziere und Gemeine verpflegt, das Hop. des Quinze- vingts(120 Blinden), das Taub- stummeninstitut für 70 Personen(mit einer Lehranstalt), die Societ& de cha- rite maternelle und die Association pa- ternelle als besondere Hülfsanstalten.