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Der Hund, seine verschiedenen Zuchten und Varietäten, Geschichte seiner Verbreitung und Schicksale, Erziehung, Benutzung, Krankheiten und Feinde / von Friedrich Ludwig Walther
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Die Gaͤrber fangen ſie weg, und bereiten aus dem Fell einen Saffian, der ſehr geſucht wird, und bei ihnen hat man wahrſcheinlich zuerſt angefangen das Fleiſch der Hunde zu koſten, und es gut und ſchmack⸗ haft gefunden.*)

Aber einen weit wichtigern Gebrauch macht man bei manchen Voͤlkern des Nordens von dieſen Thieren.

nnbat ſt ſofiu Alle Nationen, die laͤngs dem Eis meer vom Ob m dhen u äul an, durch ganz Nord⸗Sibirien, in Kamtſchatka, auf am Chüt 4 den Kurilen, und bis zu den noͤrdlichſten Beſitzungen fur. von Japan leben, benutzen die Hunde im Winter zum

Schlittenfahren, und ſo wie man bei uns Pferdepoſten, ebenfa 81 in Oſtindien Ochſenpoſten hat; ſo hat man dort Hunds⸗ eiſe ihre poſten. Unter allen jenen Voͤlkern verwenden aber die geiſch 1 Kamtſchadalen die meiſte Sorgfalt auf die Zucht die⸗ die ¹ Mrttn ſer Thiere. Die Hunde werden von Kleinheit auf zu r dein 1 Zughunden dreſſirt. Man fuͤttert ſie mit gut gekochter

. Fleiſchſuppe, die ihnen lauwarm gereicht wird, und da⸗ efruͤchten guiſa von werden ſie bald ſtark und gros. Zwiſchen dem fuͤnf⸗ utter auf ten und ſechſten Monat werden ſie caſtrirt, welches bei

Snicht ge uhe warmer Witterung vorgenommen wird. Ganze Hun⸗ anden an f Neu de und Huͤndinnen werden nicht eingeſpannt. Zwi⸗

dunde daſt iiyenfall ſchen dem zweiten, und dritten Jahr wird ihnen ihr

de,rſel an Humd langer ſehr ſtark behaarter Schwanz geſtutzt. Die fuͤnf⸗ b bis ſechsjaͤhrigen Hunde ſind fuͤr weite Reiſen und zu . Laſtfuhren die Vorzuͤglichſten. Jeder Hund hat ſeinen

icch gem tter Hund eigenen Namen. Ihre Nahrung beſteht groͤſtentheils

ſt edeaf l gerne g in friſchen, gefrornen, gekochten, getrockneten und

rin Ch iemitt kein faulen Fiſchen. Im Sommer ſuchen ſie ſich ihre Nah⸗

en deſtu umr Hunda rung meiſtens ſelbſt in den Fluͤſſen und Baͤchen, und dade geaug wenn alsdann die Lachſe ſchaarenweis in die Fluͤſſe

Hunde ug woehen, ſtroͤmen; freſſen ſie von dieſen Fiſchen blos die Köoͤpfe.

ind dat ſnii hr Im Herbſt treibt ſie der Hunger wieder nach den

umten ehr gan Doͤrfern, wo ſie von ihren Beſitzern aufgefangen und

dt. angebunden werden. Dann erhalten ſie vors Erſte

kaͤrgliche Nahrung, damit ſie mager werden, woruͤber ſelbſt at derun

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lei dd leee⸗*) Swinburnes Reiſeu durch beide Sicilien. II. 220. Bergius en u ftnit über die Leckereien, mit Anmerkungen von Forſter und Spren⸗ alten u* al ge l. Halle, 1792. 1

hund am bii