unreines Lager, Seblaͤge, Rippenſtoͤße, Tritte, wo er ſich nur ſehen laͤßt*), karges Futter, und dies vom Menſchen, dem er dient, den er liebt, dem er treu iſt bis zum Tod.
Im Winter 1807— s erfror hier auf der Haard ein Metzger, der in der Dunkelheit der Nacht in eine Schneeſchlucht gefallen war, aus der er ſich nicht wie⸗ der heraushelfen, und auch wegen der Abgelegenheit von Niemanden gehoͤrt werden konnte. Sein Hund blieb bei ihm, legte ſich auf ihn, heulte von Zeit zu Zeit. Erſt nach zwei Tagen fand man den Verungluͤck⸗
ren. Aber nur die Leute aus dem Haus durften ſich
dem Leichnam ſeines geliebten Herrn naͤhern.
Als im Jahr 1806 der engliſche Geſanbſchafts⸗ Secretair Wood zu Conſtantinopel zwei Tagereiſen weit von dieſer Stadt von Tuͤrkiſchen Raͤubern erſchoſ⸗ ſen wurde, hatte er ein Windſpiel bei ſich, das er noch bazu erſt einige Tage zuvor geſchenkt bekommen hatte. Sein Bedienter rettete ſich durch die Flucht in das naͤchſte Dorf. Als er am andern Tage mit einer Eskorte des Agas an die ungluͤckliche Stelle kam, fand er den Hund heulend neben ſeinem ermordeten Herrn liegen. Man brachte ihn dreimahl in das Dorf, aber immer kehrte er wieder zum Grab zuruͤck. Endlich fand man ihn in einer Grube, die er ſich neben dem Grabhuͤgel gegraben hatte, und da lag er noch, als der Bediente wieder nach Conſtantinopel zuruckkehrte. Dahin kam der Hund auch von ſelbſt wieder, und der Bediente fand ihn unyvermuthet, abgezehrt von Gram und Hunger, an der Thuͤre des Hauſes ſeines vorigen Herrn.
Quis famulus amantior domini?
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So oft dieſer in die Stube kam, und geifferte, prügelte er den Hund, mit den Worten: ich will dir das Geiffern ſchon vertrei⸗ ben. Zum Glück kam ein Kenner, der ihn belehrte, daß dieſes Geiffern nicht Unart, ſondern gerade ein Zeichen ächter reiner Zucht ſey. Wie viele Auaalen wurden dem armen Thier dadurch erſpart! Buch gegen Thiere ſoll der Menſch nicht ungerecht ſeyn.
*) So erinnere ich mich Jemandes, der einen Bullenbeiſſer beſaß.


