Druckschrift 
Der Hund, seine verschiedenen Zuchten und Varietäten, Geschichte seiner Verbreitung und Schicksale, Erziehung, Benutzung, Krankheiten und Feinde / von Friedrich Ludwig Walther
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen

in ſeine ſhe Saia

r Hand enallnd

wo er Wanit de deif al at bul ſondt! nu dut dlt, u att ah- deiß, 1 Nan in G K iu gar ni Jen ſiüt ſten B mwutn t

und 7 3 ei,n gang m hät ſ Unwil maut, 1 er mif i n R.

ader den ac mn

2 75

den, denen er geneigt iſt, ſpielt; ſo kneipt er ſie zwar, jedoch retentis dentibus, wie Lucrez unnachahmlich, aber auch unuͤberſetzbar ſchoͤn ſagt. Er iſt immer fuͤr ſeinen Herrn beſorgt, und lernt auch bald die Freunde ſeines Herrn kennen, denen er weit entgegenlauft, wenn ſie zu beſtimmten Stunden kommen. Muͤßig iſt er gar nicht gerne, ſondern iſt lieber den ganzen Tag in Bewegung. Daher ſind auch die Hunde der Sol⸗ daten und Boten dieſen ſo ſehr ergeben. Kein Thier bemuͤht ſich ſo ſehr, ſeinen Herrn zu verſtehen, und er probirt mancherlei, hohlt bald Dieſes bald Jenes, bis er ſo gluͤcklich iſt, ſeinen Herrn zu verſtehen, deſſen fehlerhafter Unterricht oft ganz allein Schuld daran iſt,

wenn ihn der Hund nicht verſteht. Dieſe Gelehrigkeit

zeigt ſich beſonders an gut dreſſirten Huͤhnerhunden. Auch hat man dieſes Talent zeitig benutzt, Hunde zu mancherlei Kunſtſtuͤcken, z. E. zum Tanzen und andern Schauſpielen abzurichten, und ſie dann fuͤr Geld ihre Geſchicklichkeit ſehen zu laſſen.*)

b) Sein Erinnerungsvermoögen iſt ſtark. Seinen alten Wohnort vergißt er nicht leicht. Er weiß ihn in weiter Entfernung wieder zu finden, ohne daß er gerade auf der Landſtraße bleibt, ſondern er eilt, wie viele Erfahrungen lehren, auf dem geradeſten Weeg zuruͤck. Auf dieſe ſtarke Erinnerungsgabe gruͤn⸗ det ſich ſeine Gelehrigkeit einzig und allein. Ein Um⸗ ſtand, wie Jeſter ſehr richtig ſagt, auf welchen ſo mancher rohe, unwiſſende Jaͤger zu wenig aufmerkſam iſt, weil er ſonſt ſeine oft verkehrte, und zum Theil grauſame Dreſſur⸗Methode ganz anders einrichten wuͤrde. b

c) Und welches Thier kaͤme dem Hund an Treue gegen ſeinen Herrn gleich? OQuis famulus amantior domini? quis fidelior comes? quis cuſtos incorrup- tior? quis excubitor poteſt inveniri vigilantior? quis denique ultor aut vindex conſtantior. Colum. VII. 12. 2. Und was iſt oft der Lohn fuͤr ſeine Treue, fuür ſeinen Dienſteifer? Nicht ſelten die fuͤhlloſeſte Behandlung,

,

*) Beckmanns Beiträge zur Geſchichte der Erfindungen. IV. 89.