bellend ſtrich er uͤberall umher, und kehrte oͤfters an die gefaͤhrlichſten Stellen zuruͤck. Fand er, daß ſeine Kraͤfte nicht hinreichten, einen Verſchneieten hervor⸗ zuſcharren; ſo ſprang er eiligſt nach dem Kloſter und holte die frommen Bruͤder herbei. Als er einſt zwiſchen dem ſchauerlichen Ballore Gletſcher und der bointe de Dronaz herumſchweifte, fand er in einem Eisge⸗ woͤlbe ein ſchlummerndes, halberſtarrtes Kind. Der gruͤne Asbeſt und der Glimmer⸗Schiefer, die zwiſchen die Schneeſchichten an den Felſenwaͤnden ſchimmerten, hatten den armen, kleinen Wandrer angelockt. Er kam vom Weeg ab, und Kaͤlte und Schlaf uͤberwaͤl⸗ rigten ihn. So fand Barry das Kind. Er beruͤhrte es mit waͤrmender Zunge. Es gelang ihm, es zu wecken und durch Liebkoſungen zu bewegen, ſich auf ſeinen Ruͤcken anzuklammern. So eilte der treue Hund triumphirend zur rettenden Heimath, und brachte mit freundlich klugem Blick und hoch wedelndem Schweif das Kind ins Kloſter getragen, wo es ſich bald erhohlte. Als er alt und kraftlos wurde, ſendete der wuͤrdige Prior des Kloſters das treue Thier nach Bern in freundliche Pflege. Nach ſeinem Tode wurde er in dem dortigen Muſeum der vaterlaͤndiſchen Naturge⸗ ſchichte aufgeſtellt, mit dem Flaͤſchchen des ſtaͤrkenden Trankes am Hals, das er oft rettend dem Sterben⸗ den darbot.
Eine Abbildung dieſes treuen Hundes und des von ihm geretteten Kindes findet man im Taſchenbuch fuͤr Damen, auf das Jahr 1877.
Aber auch die Kameraden dieſes klugen und mu⸗ thigen Hundes leben nicht mehr. Im Dec. 1816 wur⸗ den ſie Alle in ihrem Berufsgeſchaͤfte unterm Schnee begraben. Kein Einziges dieſer Thiere, die ſo lange die Hoffnung der Reiſenden waren, iſt am Leben ge⸗ blieben, und dieſe ganze nuͤtzliche Zucht ſtarb mit ih⸗ nen aus. Es wird viele Zeit und Muͤhe koſten, die⸗ ſen Schaden wieder gut zu machen. Neu⸗Foundlaͤn⸗ diſche Hunde, wenn dem Hoſpitium Welche zugeſchickt wuͤrden, moͤchten noch am Erſten zu ſolchen Dienſten abzurichten ſeyn.—


