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Der Hund, seine verschiedenen Zuchten und Varietäten, Geschichte seiner Verbreitung und Schicksale, Erziehung, Benutzung, Krankheiten und Feinde / von Friedrich Ludwig Walther
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oder wie unſer Volk ſie nennt, die Heiden, fuͤhren dieſe Hunde gewoͤhnlich bei ſich, und haben ſie wahr⸗

ſcheinlich auch zuerſt nach Teutſchland gebracht. Die⸗ 4

jenigen Hunde, welche die Gaukler und Seiltaͤnzer bei ſich haben, und in ſchoͤnen Kleidern tanzen laſſen,

ſind gewoͤhnlich auch von dieſer Zucht. Noch vor we⸗ nigen Jahren waren ſie gar nicht ſelten auf unſern

benachbarten Doͤrfern. Jezt(1814) ſteht man gar keine mehr daſelbſt. Spielarten:. a) Baſtarde vom Heidenhund und dem Spitz. Sehr wachſame Haushunde. v) Baſtarde vom Heidenhund und dem kleinen 1 Windſpiel. Ueberaus muntre und tapfre Hunde, aber Erzdiebe. Sie decken ſogar die Milchtoͤpfe auf, und ſaufen ſie leer.

III. Vaxietas. C. ſibiricus, der Sibiriſche Hund. Buſon. tab. 30. v. Schreber. III. 4. Pen⸗ nant. 247. Sukow. 237. Teutſche

Enuncyelopaͤdie. S. 372. c) Ueber und uͤber, ſelbſt am Kopf mit langen Haaren beſetzt.

Nach Pennant ſtammen ſie vom Wolf ab, und nach Herrmann fehen alle rein Sibiriſchen Hunde dem Wolf ſo aͤhnlich, daß man ſie kaum von ihm un⸗ terſcheiden kann.

Es muß alſo wohl zweierlei Zuchten in Sibirien geben: denn ein Freund und ehemahliger Zuhoͤrer

von mir, der eben(1813) aus Rußland kommt, ſagt mir, daß diejenigen Sibiriſchen Hunde, die er geſehen

habe, unſre wahren Pommer, aber ſehr im Großen 2) Camiſchatkenſis, der Kamtſchatliſche H.

Mitſpitzer, hervorſtehender Schnau⸗

ze, ſpitzigen, aufrecht ſtehenden

Dbhren, ſtark behaartem, zottigem

Schwanz.