26 Saur Ampffer.
Junio und Julii Monathen zeitiget der Saa⸗ me, biß zu Anfang des Herbſts. Deſſen Ei⸗ Der Sauer⸗Ampff iſt kalt und trocken im genſchafft zweyten Grad, er oͤffnet, und dienet wieder uud Nutzen. Sifft und Faͤulung/ ſtaͤrckt den Ma⸗ gen, Sertz und eber, machet Appetit zum Eſſen, loͤſchet den Durſt, ſtillet den hitzi⸗ gen Bauchfluß, wird ſonderlich in hitzi⸗ gen gallichten und peſtilentzialiſchen Fiebern, innerlich und aͤuſerlich mit gutem Nutzen gebrauchet; und eroͤffnet die ver⸗ ſtopfte Leber, Milz und Meſenterium.
Wurtzel. Die Wurtzel benimmet gleichfalls die Veerſtopffung der Leber, Miltz und Me⸗ ſenterii; auch der Harngaͤnge; wird auch
wieder die Gelbeſucht und Nierenſtein
Durſtlö⸗ mit groſſem Nutzen gebrauchet. Die Wurtzel ſchender mit Scorzoneren Wurtzel und gebrannten — 5 Hirſchhorn in Waſſer geſotten, giebt einen ſchoͤ⸗
nen und lieblichen Tranck, in oben gedachten Fiebern, den Durſcht zu loͤſchen, wozu ein wenig Zucker, Himber oder Baberis⸗Safft gethan werden kan.
Der Same wird in Peſt, hitzigen Fiebern und andern Schwachheiten hochgehalten, ab⸗ ſonderlich ſo er mit Gifft treibenden und hertz⸗ ſtaͤrckenden Medicamenten vermiſchet wird, wird auch in ber rothen Ruhr, Durchbruch, Blutſpeyen, Blutharnen, Gonorrhœa und Mutter⸗Fluͤſſen geruͤhmet.
Das Kraut in Wein geſotten, zu einem
Pflaſter gemachet, benimmet die Slechten 3 und
möiffneben.
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