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Offenes Sendschreiben an Hrn. Dr. Justus Liebig in Giessen, eine gegen mich gerichtete Anmerkung im Juniheft der Annalen der Chemie und Pharmacie betreffend : nebst einigen Bemerkungen zu der Schrift: Ueber Liebig's Theorie der Pflanzenernährung und Schleden's Einwendungen gegen dieselbe von Karl Winkelblech, Professor in Kassel / von M.J. Schleiden, Dr., ausserordentlichem Professor in Jena
Entstehung
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Enqdlich kommen noch zehn Seiten, in welchen Herr M.

hüber Eintheilung der Naturwissenschaften, Philosophie u. s.

w. spricht. Er berührt hier Dreierlei.

1. Das Verhältniss der Chemie zur Physiologie. Was darin gesagt wird, sind im Allgemeinen Dinge, die jeder halb-

wegs tüchtige Physiologe schon längst besser und tiefer aufge-

fasst hat. Insbesondere mich betreffend heisst es darin auch unter Anderm:

Wenn nun Sch. behauptet, dass die Liebig'sche Theorie für die Physiologie nicht das geringste Interesse habe u. s. w.

Das habe ich weder gesagt, noch ist das meine Ansicht. Ich habe aber gesagt und sage auch noch, dass L.sBuch, weil er darin durchaus einen absoluten Mangel an den pflan- zenphysiologischen Renntnissen zeigt und daber auch nicht eine Frage der Pflanzenphysiologie richtig verstanden hat, vom Standpuncte des Pflanzenphysiologen ohne alles Interesse sey, denn das, was richtig sey, sey alt, das, was neu und Liebig

wesentlich eigenthümlich sey, sey falsch. Das habe ich nicht

nur gesagt, sondern auch nach besten Rräften mit gewich- tigen Thatsachen bewiesen.

2. Das Verhältniss zur Landwirthschaft geht mich nichts an.

3. Das Verhältniss der Chemie zur Philosophie. Es ist hier nicht der Ort, die gänzliche Unkenntniss des Verfassers selbst mit der gewöhnlichen philosophischen Terminologie zu entwickeln. Um so mehr überhebe ich mich dieser undankbaren Arbeit, da die Sache für den eigentlichen Gegenstand des Streites völlig irrelevant ist. Ich habe überall in meinem Aufsatze nur deshalb einige naturpbilosophische Ansichten be- rührt, um E. gegen etwaige ungerechte Einwendungen des philosophischen Mysticismus in Schutz zu nehmen. Ange- griffen habe ich ihn nirgend in Bezug auf seine Philosophie, sondern nur in Bezug auf seine mangelhaften Renntnisse in der Geschichte der Philosophie, und auf diesen Vorwurf ist Herr M. nicht ausführlich eingegangen.