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Offenes Sendschreiben an Hrn. Dr. Justus Liebig in Giessen, eine gegen mich gerichtete Anmerkung im Juniheft der Annalen der Chemie und Pharmacie betreffend : nebst einigen Bemerkungen zu der Schrift: Ueber Liebig's Theorie der Pflanzenernährung und Schleden's Einwendungen gegen dieselbe von Karl Winkelblech, Professor in Kassel / von M.J. Schleiden, Dr., ausserordentlichem Professor in Jena
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lensäure fixirt werde, haben wir bisher noch gar keinen

Beweis gehabt, sondern nur eine einzige Thatsache, die es

wahrscheinlich machen könnte, nämlich die ziemlich all- gemeine Ansicht,dass die von den Blättern aufgenommene

Rohlensäure und der von ihnen ausgeschiedene Sauerstoff in äquivalentem Verhältniss stehe. Dafür berufen sich alle

Schriftsteller ohne Ausnahme, auch L., auf de Saussure's Versuche; dass Saussure aber bestimmt das Gegentheil ver- sichert, ist schon oben S. 9 angeführt. Somit fällt(die bis jetzt noch nicht angetastete Richtigkeit der Saussure'schen Versuche vorausgesetzt) der einzige Grund, die Aufnahme der Rohlensäure durch die Blätter und den chemischen Process im Innern der Pflanzenzellen, wodurch Rohlensäure fixirt wird, in Verbindung zu setzen, weg. Der Absorptionsprocess der Rohlensäure durch die Blätter kann stattfinden, wenn auch alle Rohlensäure, auf deren Rosten die Pflanze wächst, auf andere Weise aufgenommen wird. Die hier in Frage kommenden Verhältnisse sind lange nicht so einfach als Leute, die nichts von Physiologie verstehen, sich dieselben denken. Ich hoffe hier meinen etwaigen Lesern deutlich gemacht zu haben, dass solche Berechnungen in der That zur Zeit noch nicht überflüssig sind.

Eins will ich hier noch bemerken. Mein Aufsatz enthält 37 Seiten und ich schliesse meine Einwürfe gegen Liebig's Behandlungsweise der Pflanzenphysiologie(mit seiner Theorie habe ich es, wie oft bemerkt, nicht zu thun) nicht mit Seite 17, sondern nur meine Rritik des ersten Abschnitts, es folgen aber noch 6 andere Abschnitte. Herr M. hat aus 8 Seiten(von Seite 8 17) meiner Schrift 15 Sätzchen aus dem Zusammenhang gerissen, von denen er, wie ich im Vor- stehenden(Zeile für Zeile folgend) mit möglichster Deutlich- keit gezeigt, auch nicht ein Einziges nur dem simpeln deut- schen Sprachsinne nach aufgefasst hat. Alles Andere, d. h. grade die gewichtigsten Einwürfe gegen L. hat Herr W. unberührt gelassen. Die beiden einzigen wirklichen Fehler meiner Schrift, die ich oben erwähnt, sind ihm entgangen.