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Offenes Sendschreiben an Hrn. Dr. Justus Liebig in Giessen, eine gegen mich gerichtete Anmerkung im Juniheft der Annalen der Chemie und Pharmacie betreffend : nebst einigen Bemerkungen zu der Schrift: Ueber Liebig's Theorie der Pflanzenernährung und Schleden's Einwendungen gegen dieselbe von Karl Winkelblech, Professor in Kassel / von M.J. Schleiden, Dr., ausserordentlichem Professor in Jena
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seiner Schrift, die gegen meine Angriffe gerichtet ist, auf Leser rechnen, die Liebig's Schrift und meine Entgegnung nicht selbst gelesen haben. Vielleicht hat Herr M. in irgend einem Laienkreis einen Vortrag über das Ganze gehalten und gedacht, das Büchlein erhielte doch wenigstens einigen Werth, wenn L.s Theorie auszüglich darin wäre. Iech halte mich übrigens nicht dabei auf, die Unterschiede zwischen Winkel- blech's Darstellung und Liebig's Buch zu entwickeln, da wie gesagt die ganze Sache irrelevant ist, und wende mich zum 4 zweiten Theil, der sich speciell mit mir beschäftigt. Die Be- 1 merkungen des Eingangs, nichts Specielles enthaltend, über- 4 gehe ich.

5. Es heisst(S. 11):L. erörtert aufs Deutlichste, dass l

in den meisten Fällen für jedes Atom aufgenommenen Roh- lenstoffs zwei Atome Sauerstoff abgeschieden werden, dass b man durchs Auge nicht entscheiden kann, ob dieser Sauerstoff aus der Rohlensäure oder aus dem Wasser kommt, letzteres aber aus chemischen Gründen wahrscheinlich ist, und dass es auch Fälle gibt, in welchen der Sauerstoff von beiden Rörpern abgeschieden werden muss. 1

Von alle dem sagt E. auch nicht ein Wort. Es heisst vielmehr in L's. Buch:

S. 18.Es ist gewiss, dass die Pflanzen, indem sie den Rohlenstoff der Rohlensäure sich aneignen, die Fähigkeit besitzen müssen, die Rohlensäure zu zerlegen.

S. 60.Es ist weit wahrscheinlicher, dass die Pflanze das Wasser zerlegt.

S. 121.Die Rraft, mit der die Blätter die Rohlensäure V 3 zersetzen, übertrifft an Stärke die mächtigste galvanische b 1 Batterie. V Dies nennt man nicht aufs Deutlichste erörtern, sondern ¹

sich widersprechen, weil man nicht das Ganze vorher ordent- V 1 lich überlegt, sondern einzelne Gedanken vielleicht zu ver- V 1 schiedenen Zeiten niedergeschrieben und bei dem zweiten ver- V 38 gessen hat, dass der erste schon dastand. Von allem Uebri- V gen, was L. sagen soll, steht kein Wort im Buche. b

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