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Offenes Sendschreiben an Hrn. Dr. Justus Liebig in Giessen, eine gegen mich gerichtete Anmerkung im Juniheft der Annalen der Chemie und Pharmacie betreffend : nebst einigen Bemerkungen zu der Schrift: Ueber Liebig's Theorie der Pflanzenernährung und Schleden's Einwendungen gegen dieselbe von Karl Winkelblech, Professor in Kassel / von M.J. Schleiden, Dr., ausserordentlichem Professor in Jena
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Nach Ihrer in Deutschland ziemlich zum Sprüchwort ge-

wordenen Weise war ich nun allerdings auf eine derbe Erwie- derung géêfasst, oder, lassen Sie mich meine Schwäche offen gestehen, im Vertrauen auf meine gute Sache und in der ge- heimen Hoffnung, die Achtung, die Sie mir als Chemiker ein- geflösst, auch dem Menschen nicht entziehen zu müssen, traute ich Ihnen selbst etwas Grossartiges zu. Statt dessen erscheint in den Annalen der Chemie und Pharmacie Juni 18421 in einer Anmerkung folgende Erklärung: Herr Dr. Schleiden hat es der Mühe werth gehalten,

im Interesse der Pfllanzenphysiologie eine Schrift gegen mich herauszugeben, in welcher er einige Hauptgrundsätze meiner organischen Chemie, angewandt auf Agricultur und Physio- logie auf eine ganz eigenthümliche Weise zu widerlegen ver- suchte. Ich kann mich nicht entschliessen, seine Verstösse ge- gen die Naturforschung und seine falschen und irrigen Schlüsse zu berichtigen, denn wahrlich es ist in dieser Beziehung genug, ja viel zu viel von mir geschehen. Es ist eine ganz allgemeine Erfahrung, dass eine gewisse Classe von Menschen eine un- bezwingliche Neigung haben, die Bäume zu beschädigen oder zu vertilgen, weleche in der Nähe der Landstrassen gepflanzt werden, um dem Wanderer Schutz und Schatten zu geben,

oder ihn und den Eigenthümer des Feldes mit ihren Früchten zu erfreuen, und wenn jemand gegen den Willen der Bauern

einen Weg ebnet, der ihnen gestattet, mit weit grösserer Leich-

tigkeit zu ihren Feldern zu gelangen und ihre Pferde und Wa-

gen zu schonen, so ist es häufig der Fall, dass sie die Nacht

über zerstören, was am Tage gebaut worden ist. Ist es nun

Recht, wenn Männer, welche zum Schutz der Bäume und Zur

Hülfe am Wegbau durch ihren Stand und ihre Ausbildung be-

rufen sind, wenn sie sich zu diesen Unverständigen gesellen! Darf von ihnen, auch wenn sie über die Wahl der Bäume und

die Richtung des Weges eine andere Meinung hegen, die gute Absicht verkannt oder nur einen Moment in Zweifel gezogen werden?

Das Schlimmste bei allem ist, dass man das grosse Pu-

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