Generelle Beſchreibung
Die Zeit, wann dieſe Waldfläche Märkerwaldung geworden iſt, läßt ſich nicht genau beſtimmen, weil die älteſten Markweisthümer verlohren gegangen ſind. Sehr wahrſcheinlich iſt uns aber die Be⸗ hauptung und die Tradition akter vor kurzem verſterbener Marker, daß nämlich der Furſt Johann Carl im 14ten Jahrhunderte diefe damals noch herrſchaftlichen Waldungen zu Märkerwald abgegeben, und die damaligen 40 Einwohner zu Holzdorf und 60 Einwohner zu Ur dorf, unter den bey ſolchen Fundationen gewöhnlichen Bedingungen, als Ergenthhmer dieſes Woldes eingeſetzt hade, nämlich:
a.) Daß der Stifter oder der Fürſt ſich die Obermäͤrkerſchaft, oberſte Aufſicht über den Wald vorbehalte:
oder die
2.) Daß für immer nicht m ehr und nicht weniger Markſtammtheile, al bey, der Stiftung beſtimmt worden ſind, Statt ſinden ſollen:
3.) Daß von jedem Markſtammtheile jährlich eine Meſte Waizen in* fürſtliche Kellerey zu Hubertusburg geliefert werden foll:
4.) Daß der Wald fuͤr immer ein gemeinſchaftliches untheilbares Ei⸗ genthum der Märkergeſellſchaft bleiben fol, und
5.) Daß jeder Mitmaͤrker die zur Erhaltung, Verbeſſerung und Benutzung des Märkerwaldes von der Obermärkerſchaft gemachten Verfügun⸗
gen befolgen, und aus allen Hräften das Beßte des Waldes beför⸗ dern helfen ſoll.
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Die erſten Bedingungen ſind nun zwar bisher erfuͤllt worden, in Betreff der letzten Bedingung aber, auf deren Erfüllung vor Zeiten nicht ſtreng genug gehalten worden iſt, finden Widerſprüche Statt, Die Maͤrkergeſellſchaft hat ſich bisher durch die fürſtlichen Forſtbedienten das Holz ſchlechterdings nicht wollen anweiſen oder zuszeichnen laſſen, ſondern alle Helzanweiſungen durch einen A usſchuß aus der Märkerſchaft, der lährſich aus andern Subjecten und immer aus unkundigen Männern beſeht, verrichten laſſen. Die Spuren der bisherigen verkehrten Bewirthſchaftung ſind dadurch allerwärts ſichtlich geworden, und der Wald würde ſchon längſt ganz ruinirt werden ſeyn, wenn ihn nicht eine immerwäh⸗ rende ſtrenge Heege und eine außerſt geringe jährliche Holzabgabe erhalten hätten..
So ſehr ſi ch börigens mehrere Märker der Holzanweiſung durch die fürſtlichen Forſtbedienten bisher widerſetzt haben, weil ſie fürchten, daß nachher viele Mißbräͤuche, wovon ſie unerlaubte Vortheile gezo⸗ aen n habeu⸗ wegfallen werden: ſo ſehr wun ſchs es im Grunds der größere Theil der Märkergeſellſchaft. 2 Wir
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