Druckschrift 
Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
Entstehung
Seite
201
Einzelbild herunterladen

das pf erd aij aten Sehue 4 1 k 201 ½ . In do la.

euem ungt Gul ALVIII. Der Hufknorpelsohnitt, die Eæstirpalion des Hufbein knorpels,

de 4 4 die Javart-Operation.

er alle..

aufig vorhandene§. 178. Knorpel zu gelaugen, einen Theil der Fersenwand und che ſetutere dal Die Exstirpation eines Hufknorpels bei Pferden fin- die Fleischkrone wegnahm und dann den ganzen Knor- zenden Kinna det bei cariöser Ulzeration dieses Knorpels oder bei der pel wegschnitt ¹). Sein Sohn nahm von der vorher rauf soll alun sogenannten Knorpelfistel statt, um das Geschwür auff dunn geraspelten Hornwand nur einen Zoll breit unter teien w ae u eine sichere Weise und möglichst schnell zur Heilung der Kroue fort, schnitt aber ebenfalls die Fleischkrone

. erghaused te zu bringen, wenn dies durch andere Mittel nicht erreicht mit fort 2). Frenzel ³), Schreger ¹⁴), Pilger)

gen, und es Werden lizirt, um So sebuel à fuhren. Mi den Kinti ten Tage, ist alle G. heilen in etwa z M Sebandlung und de an les Schenkels verliet ih h und nach von seh Jallen mit gleiehue. Eiterbaudes dun haben: die in der Gal min dem Verhältulb u ziehung der Wände ie zugleich will man du rtilitat und die Resonin Demgemäls ziebet n ſestiget worden, ni kn Haut auf der Galle m ebend gedacbt) ite i eutgegengesetater- an der Grundläche k elliie mit einer genür breiten Heftuadel ut

efädeit ind, uehet is Enden der Fäden ê l

pei Oueerfinger IViseh den kann. Oder ¹

n derselben Riciius ã e Ende der Hibe 4 s der Haut benes e, ziebet mun Am ideufäden, hül iie 1 man nach euigaes,

anen ziebet, nd wie es votlin u

1 wird eiu meu dle 2 T23 2,

elungen ²a irituöse

werden kann. Die Operation ist also gewöhnlich das letzte Mittel, zu welchem man greift, nachdem das Ge- schwür bereits längere Zeit gedauert hat, und wohl mit Recht so; denn obgleich mit Entfernung des Knorpels auch nothwendig die cariöse UIzeration an ihm wegfällt, so ist doch damit noch nicht immer die gründliche Heilung des Hufgeschwürs in kurzer Zeit bewirkt, da sehr oft mit dem Leiden des Knorpels zugleich auch Brüche und Caries des Hufbeins, Ulzeration der Bänder, Senkungen des Eiters unter die Fleischwand, u. a. pathologische Zustände bestehen, und auch nach jener Operation noch fortdauern. In solchen complizirten Fällen wird aber auch durch kein anderes Mittel die Heilung des Uebels herbeigeführt, wohl aber durch die Operation die Mög- lichkeit zu derselben vorbereitet. Ich halte daher die Operation gerade bei diesen Complikationen für durch- aus nothwendig, während sie dies bei den einfachen Knorpelfisteln nicht ist; denn letztere können, wie dies unzählige Beobachtungen lehren, in den meisten Fällen auch durch das Brenneisen, den Aetz-Sublimat, Kupfer- vitriol u. dgl. Mittel geheilt werden, ja sie heilen, wie dies G. W. Schrader zuerst mit Bestimmtheit ausge- sprochen hat(Busch, teutsche Zeitschr. f. d. gesammte Thierheilk. Bd. I. Hft. 1. S. 21), nach einer gewissen Zeit eben so oft von selbst. Dies geschieht mehren- theils zwischen 5 und 7 Monaten. Da man nun ge- wöhnlich in den ersten Monaten lieber andere Mittel au- wendet, bei welchen das Pferd noch gehen kann, die Operation aber selbst in sehr glücklichen Fällen die Thiere auf eine Zeit von wenigstens vier Wochen, oft über 8 Wochen auſser Thätigkeit setzt: so ergiebt sich, daſs unter solchen Umständen durch die operative Be- handlung an Zeit wenig gewonnen wird. Man würde also durch die recht früh unternommene Operation die- sen Vortheil noch am meisten erreichen; es entsteht aber hiergegen immer das Bedenken: α) daſs die Operation eine der schmerzhaftesten ist; 5) daſs nach ihr sehr

häufig eine unregelmäſsige Horn- und Hufbildung, oft

auch eine Verengerung des Hufes statt findet, in Folge dessen(abgesehen von der Häſslichkeit des Hufes) die Pſerde weder gehõrig beschlagen noch zu anstreugen- der Arbeit benutzt werden können. Manche bleiben nach der Operation lahm für immer. Diese Umstände zusammen bedingen es, daſs umsichtige und erfahrene Thierärzte die Exstirpation des Hufknorpels bei weitem nicht so häufig unternehmen, wie sich die Gelegenheit hierzu in den Knorpelfsteln findet. §. 179.

Die Exstirpation des Hufknorpels ist um die Mitte des vorigen Jahrhunderts von Lafosse d. V. erfunden und in der Art ausgeführt worden, dafs er, um zu dem

und Langenbacher) geben nur eine unvollständige Beschreibung der Operation, und zwar grölstentheils nach der Ildee von Lafosse. Girard ¹), Renault ³) und überhaupt die neuern französischen Thierärzte üben, mit Rücksicht darauf: daſs die Fleischkrone das Organ ist, von welchem die regelmäfsige Erzeugung der Horu- fasern ausgeht, die Operation jetzt so aus; daſs die Fersen- oder Trachtenwand auf der Seite des kranken Knorpels weggeuommen, die Fleischwand queer durch- schnitten, die Fleischkrone in die Höhe gehoben, der ganze Knorpel von seiuen Verbindungen mit den be-

nachbarten Theilen gelöst und entfernt wird. Diete-

richs) gab zwei Verfahrungsweisen an und zwar: a) die erste ähulich der von Lafosse d. S. beschrie-

benen, wo naur der obere Theil der Wand unter dem

kranken Knorpel in einem halbmondförmigen Stück weg- geuommen und dann die entartete Haut nebst der Krone und dem Kunorpel herausgeschnitten werden; und 5) die zweite so: dals man die Trachtenwand, einen Theil der Seitenwand des Hufes und dann den Knorpel (ganz oder theilweis) wegnimmt, dabei aber die den Knorpel bedeckende Haut schont.

Spaäter haben Maillet ³⁰) und Imlin ¹¹) ein von dem Erstern angewendetes Verſahren bekannt gemacht, welches zwar von Bernard als ihm gehörig rekla- mirt*²), aber jedenfalls von Maillet modifizirt worden ist. Dasselbe besteht im Wesentlichen darin: daſs die Trachtenwand nicht von der Fleischwand abgerissen, sondern nur möglichst verdünnt wird, mit Ausnahme eines ¼ Zoll breiten Streifens am Saumrande. Letzteren läſst man in seiner ursprünglichen Dicke stehen, damit er beim Wegnehmen nicht abreiſse. Nach der Abnahme dieses Hornstreifeus macht man einen Querschnitt durch die Weichtheile unter der Krone, löset diese und die Haut vom Knorpel und entfernt denselben.

Schwab und Rychner ²) haben das eben be- zeichnete Verfahren dahin abgeändert, dafs sie von der

*¹) Observations et découvertes faites sur des chevaux. Paris 1754, p. 33.(Deutsch in Schrebers versch. Schriften, welche in d. öko- nom. Wissensch. einschlagen. Th. 4. S. 268. Halle 1758.

²) Cours qhippiatrique. Paris 1772. p. 291.

³) Praktisches Handbuch für Thierärzte u. s. w. 2r Theil, Artikel Knorpelfistel.

*) Operationslehre für Thierärzte. S. 278.

5) Systemat. Handbuch der Thierheilkunde. II.§. 2248. ) Unterricht über das Beschläge. Wien, 1811. S. 172. ¹) Traité du pied. Paris 1813. II. Edition. 1828.

*) Traité du Javart cartilagineux. Paris 1831.

*) Handbuch der Veterinär-Chirurgie. Berl. 1822. Und eben so in der Akiurgie.

¹⁰) Recueil de médec. vétérin. 1836. p. 505 u. 561. ¹¹) Magazin für die gesammte Thierheilk. II. 265.

¹²) Journ. des Vétérinaires du Midi, 1838. Juillet; und vorher: Re-

cueil de Médec. vétérin. 1825. p. 113. ¹³) Hippiatrik, I. S. 296. 51