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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
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r Fessel mit mugn bekleidet st, wird k allein nicht sieht. Zweck über den ſe der Aler, eim die Haare absches. gelenk ein Band mi essl legen und lier- lich bervottreten, 8o hen Lage aufsuchen hlen vor dem Nande zirende Arterie, uni Veue findet. Letr- an, als die umge-

on nimmt mau den treffenden Fuſse des entfernt, und kaieet das Gesiecht gegel linke Hand legt man

ite ans lese Pade

den meisten Fällen benutzt man aper statt dieses Ver- bandes ein mit einem Kuoten- versehenes Strohband, in- dem man den Kuoten desselben dicht unter die Wunde legt, die Enden zweimal um den Fessel windet und sie dann gegenseitig zusammendrehet. Der Verband kann immer nach etwa 12— entfernt werden*).

§. 24. Das Aderlassen Pei Riudvieh wird,

a) an der Drosselvene am gewöhnlichsten unter- nommen, weil dieselbe auch bei diesen Thieren am be- sten hierzu geeignet ist.— Die Operation kann im We- sentlichen ganz so wie bei Pferden, mit der Lanzette, oder der Fliete, oder mit dem Schnäpper ausgeführt werden; der dicken Haut wegen ist jedoch die Fliete den beiden andern Instrumenten vorzuziehen.— Ein Gehülfe hält das Thier an den Hörnern, oder, wo diese fehlen, an einer Halfter, richtet ihm den Kopf möglichst in die Höhe, und bedeckt ihm zugleich das Auge der- jenigen Seite, wo der Aderlaſs unternommen wird. Der Operateur steht gewöhnlich an derselben Seite neben dem Buge, streicht die Haare in der Halsrinne glatt an die Haut, hält die Fliete zwischen dem Dauinen und Zeigeſinger der eutsprecheuden Hand(am der rechten

Halsseite i in der rechten, an der linken Seite in der lin-

ken Hand), bewirkt durch Drücken mit den drei letz- ten Fingern dieser Hand oder besser durch das Umle- gen der Schnur ein recht starkes Sichtbarwerden der Ader, setzt die Flietenklinge auf die Mitte derselben in der Längenachse und treibt sie mit einem kräftigen, kurz

geführten Seblage durch die Haut in die Ader

Hat das Thier, wie es bei dem Rindrieh oft der Fall ist, eine nur geringe Höhe, so ist bei der niedri- gen„ und fast wagerechten Haltung des Halses die eben beschriebeue Weise des Aderlassens mühsam auszufüh- ren. Unter diesen Umständen geht man sehr 2weck- mälsig so zu Werke: Nachdem durch Umlegeu der Schnur um den Hals und Glattstreichen der Haare die Operation vorbereitet ist, stellt man sich neben diejenige Seite des Halses, wo die Ader nicht geöffnet werden soll, beugt sich über den Kamm zu der Operationsseite, setzt die in der linken Hand auf gewöhnliche Weise gehaltene Fliete auf die Ader in deren Längenachse, und schlägt sie mit der rechten Hand in dieselbe. Es ist dabei gan⸗ gleichgultig, ob jene Hand mit der Pliete

nach dem Kopfe oder nach der Brust zu Sekehrt ist.

Nach dem genngenden Ausſliefsen Jes Blutes Nndag

man die Schnur ab und verschlieſst die Wunde wie bei

Pferden; doch ist dies hier in denjenigen Fällen, wo nach aufgehobener Compression der Ader der Blutflufs ganz aufhört, seltener nöthig als bei Pferden, sondern es genügt oft das bloſse Zusammendrücken der Wund- ränder, Man muls jedoch darauf achten, dafs die Rin-

*) Die spezielle Beschreibung des Aderlassens an der Gesichtsvene, an der fortlaufenden innern Hautvene des Vorarms am Buge, der Hinterschenkel-Hautvene(Schrankader), den Schienbeinsvenen, und der mittlern Schweifvene übergehen wir, tlieils deshalb, weil das Technische hierbei sehr ähnlich ist demjenigen an den be- „schriebenen Aderlassstellen, theils auch, weil jane Venaesektionen überflüssig erscheinen.

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der nach dem Aderlassen nicht mittelst eines um den Hals gelegten Strickes angebunden werden.

5) Die hintere Bauchdeckenvene, welche bei dem Rindvieh bedeutend stärker als bei Pferden entwik- kelt ist und gewöhnlich„Milchader“ genannt wird, kann sehr gut zum Aderlassen benutzt werden, nament- lich bei Entzündung des Euters, des Bauchfells, der

Baucheingeweide, wie auch, wenn andere Venen nicht

zugänglich sind oder nicht Blut genug geben.

Bei den meisten Kühen sind diese Adern schon von selbst an den Seiten des Leibes, etwas nach unten, deutlich sichtbar, doch kann man ihr Hervortreten über die Oberfläche noch verstärken, indem man einen Druck auf sie unmittelbar hinter der Oeffnung anbringt, welche in der Bauchwand unter der Haut zu fühlen ist und an

welcher die Ader nach vorn zu verschwindet.

Zur Ausführung der Operation eignet sich die Lan- zette am besten; doch ist sie auch mit dem Schnäpper und der Fliete nicht schwierig. Man läſst dem Thiere den Kopf hoch halten und den Vorderfufs derselben Seite, an welcher man eben operiren will, aufheben. Kann Letzteres nicht mit der nöthigen Ruhe geschehen, so gebietet es stets die Vorsicht, dem Thiere eine Bremse an ein Ohr zu legen;, damit es das Einstechen des In- struments weniger fühle und somit auch weniger dage- gen reagire; denn meistens schlägt das Rindvieh bei Schmerz am Leibe sehr heftig mit dem Hinterfuls der betreffenden Seite nach der leidenden Stelle, in der Richtung nach vorn und auſsen. Deshalb mufs auch der Operateur bei diesem Aderlassen sich weit nach vorn, neben den Ellbogen, stellen und nach gemachtem Ein- stich sogleich seine Hände von dem Operationsorte ent- fernen.— Nachdem die Haare an der Ader glatt ge- strichen worden und letztere gut augeschwollen ist,

setzt man die Klinge der Lanzette so auf sie in der Längenrichtung an, daſs eine Fläche nach unten, die

andere nach oben gekehrt ist, und sticht dann rasch und kräftig ein.— Die Fliete und der Schnäpper wer- den eben so angesetzt und in bekannter Art gehand-

habt.— Das Verschlieſsen der Wunde kann mit Nadel

und Pferdehaar oder Zwirn(wie an der Drosselvene,

oder auch durch eine aufgelegte Compresse und darüber

gelegten Leibgurt bewirkt werden. Beides ist nach

24 Stunden zu entfernen)).

5. Ae

„Das Adorlasgem⸗ bei Sehaafom a49 Hare gen kann an den Halsvenen, an der vorderen Gesichtsrloder

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Kinnbackenvene und an der Hautvene des Vorarms und des Hinterschenkels unternommen werden.

Aa) Die Halsvene ist wieder allen andern vorzuzie-

hen. Das Thier wird hierzu, je nachdem seine Krank-

Heit es gestattet, entweder mit der Brust, den Kopf

nach vorn gerichtet, zwischen den Beinen eines Gehül- fen oder des Operateurs festgehalten, oder man läſst es

auf einem Tische stehend oder auf der Seite liegend *) Ausser den oben genannten beiden Venen können beim Rindvieh auch noch die vordere und hintere Ohryene, so wie die innere

Hautvene der Extremitäten zum Aderlassen benutzt werden;— es fehlen jedoch dazu fast immer die besondern Indicationen.

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