AMan streicht an dem untern Drittheil des Vorarms die vorher etwas befeuchteten Haare glatt an die Haut, stellt sich der au eröffnenden Vene gegenüber an die aäufsere Seite des Vorderbeins, an welchem der Ader- laſs nicht gemacht wird,— beugt sich so weit mit dem Oberkörper herunter, daſs man mit dem Daumen oder mit den Spitzen der übrigen Finger der linken Hand die Hautvene in der Gegend der Hornwarze(Kastanie) eomprimiren kann, und, wenn dies geschehen, sticht man sie unter der zusammengedräckten Stelle mit einer Lanzette an, deren Spitze gegen ¼ bis ¾ Zoll über die Finger hervorsteht.— Statt der Lanzette kann man hierzu auch sehr zweckmälſsig ein gerades Bistouri mit feiner Spitze benutzen*). Man nimmt die Klinge des- selben zwischen den Daumen und Zeigeſinger der rech- ten Hand so, dafs die Spitze in der angegebenen Länge über sie hervorsteht und der Rücken nach vorwärts, die Schneide nach rückwärts, d. h. gegen die Hand ge- kehrt ist. Nachdem die Ader durch Druck zum starken Anschwellen gebracht ist, setzt man den Rücken der Messerspitze fast parallel mit der innern Fläche des Vorarms, die Spitze nach oben gerichtet, an die Ope- rationsstelle, drückt das Instrument allmählig mehr fest
an die Haut, so daſs die Ader über der Messerspitze hervortritt, erhebt nun das hintere Ende des Messers
so weit, daſs dasselbe fast im rechten Winkel gegen den Schenkel steht, und sticht dann schnell in die Ader ein.— Wenn beide Vorderfüfse an Entzündung leiden, macht man den Aderlaſs am andern Fuſse eben so.
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Das Blut strömt hier gewöhnlich im starken Bogen
aus der Wunde und kann in Geſäſsen aufgefangen wer- den; da dies aber oft mit mehr Mühe als an der Dros- sel- und Sporader verbunden ist, so lassen manche Thierärzte es frei auf den Boden flieſsen. Der Blat- strom wird gewöhnlich nach einigen Minuten schwächer und hört nach etwa 6— 8 Minuten ganz auf, indem ein Blutpfropf in der Wunde entsteht. Ist dies der Fall, so hat man nicht nöthig, die Ader künstlich zu schlieſsen; dauert aber die Blutung über das erforderliche Maaſs fort, so geschieht die Schlieſsung mittelst Nadel und Pferdehaaren nach allgemeiner Regel.— Oft entstehen auch hier nach dem Verschlieſsen der Wunde Blutergie- ſsungen unter der Haut, die jedoch ohne üble Folgen Sind und eiehn Linu. amengen Mauehn Müeer veplieren.
. waag 1Sege 227 Da⸗ AHderlassen an den Vesselvenen 8 .(Seitenvenen, der Zehe)..
Die hegowdere Indikation für die Wrofhung dieser Paenn ist die den leidenden Theilen möglichst nahe Blutentleerung bei Entzündungen der Gebilde im Huſfe. Man kann die äufsere oder die innere Fesselvene allein oder beide an einem Fufse zugleich öffuen, gewähnlich wählt man aber nur die äuſsere. Das Pferd wird hierzu an einen helhen dOrt t 4eatenle,— undas ihm beim
Sezaber. gat Pjereu ein Weines Niesserehen Heygeln. dessen Klinge 6 Linien lang und Linien breit, der Rücken gegen die Ditspitze conver, die letztere sehr fein, der kurze Handgriff rauh und auu mit. einer Feder versehen ist. Letatere giebt ihm eine feste Lage in einem kleinen Behältniss an der Capsel der Stickerschen
Fliete. Das Instrument entspricht dem Zwecke sehr gut. “—“
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Aderlassen an einem Vorderfuſse der andere Vorder- fuſs,— beim Aderlassen an einem Hinterfuſse aber der Vorderfufs derselben Seite, von einem Gehöülfen auf- gehoben und während der Operation festgehalten; auſser- dem läfst man nach allgemeiner Regel ihm den Kopf nie- derhalten, wenn an den Vorderfüſsen, dagegen recht hoch aufrichten, wenn an den Hinterfüſsen operirt wird. Das geeignetste Instrument zu diesem Aderlafs ist die Lanzette.
Bei Pferden mit dünnem Haar und mit feiner Haut sieht man die Fesselvenen oft gauz deutlich liegen, be- sonders nachdem an der gewählten(äufsern oder in- nern) Seite des Fessels die Haare befeuchtet und glatt gestrichen sind; man comprimirt sie dann über der Mitte des Fessels durch blofses Andrücken der Finger- spitzen oder des Daumens, bis sie hinreichend ange- schwollen erscheinen. Wo aber der Fessel mit langen groben Haaren und mit dicker Haut bekleidet ist, oft die Vene durch den Fingerdruck allein nicht sicht-
wird
bar, sondern man mufs für diesen Zweck über dem Rande des Hufknorpels im Verlaufe der Ader, etwa 1 Zoll lang und eben so breit, die Haare abschee- ren und gleich unter dem Köthengelenk ein Band mit aufziehbarer Schleife fest um den Fessl legen und hier- durch eine stärkere Compression bewirken. Sollte den- noch die Vene hiernach nicht deutlich hervortreten, so mufs man sie nach ihrer anatomischen Lage aufsuchen, indem man durch aufmerksames Fühlen vor dem Rande der Beugesehnen die schwach pulsirende Arterie, und etwa 2 bis 4 Linien vor dieser die Vene findet. Letz- tere fühlt sich mehr elastisch weich an, als die umge- benden Gebilde. Zur Ausführung der Operadon nimmt man den Standpunkt gerade neben dem betreffenden Fufse des Thieres, etwa 1 von demselben entfernt, und knieet dazu auf das gebogene rechte Knie, das Gesicht gegen die Operationsstelle gerichtet. Die linke Hand legt man sauft um das Fesselgelenk, zu verhüten, und nachdem man sich nochmals durch Fühlen mit der Spitze des Mittelfingers der rechten Hand von der Lage und Beschaffenheit der Ader unterrichtet hat, sticht man an der am deutlichsten hervortretenden
um plötzliche Bewegungen
— Stelle die, zwischen dem Zeigefinger und Daumen ge-
haltene Lanzette gegen 3 bis 4 Linien tief in der Län-
genrichtung der Ader ein.
Das ausfliefsende Blut ist hier oft hellroth, dem Arterienblut ähnlich*), und es könnte durch diese Farbe der Verdacht entstehen, als sei die Fesselarterie ver- letzt; das Aufhören des Blutflusses bei einem unterhalb der Wunde gemachten Druck wird jedoch qhesen Ver- dacht sogleich beseitigen.
Wenn die erforderliche Menge Bluts eutleort ist, wird das Band abgenommen, auf die Wunde eine, aus vier- bis sechsfach zusammengelegter Leinwand beste-
hende Compresse oder ein kleiner Wergballen, und 2
übet eine Binde am älſt ſest um den He essel Los
4) Wahrscheinlich wegen des zum Pheil unmittelbaren Ueberganges aus den Hufarterien in die Venen, wie man dies aus dem Ueber- gange der Injektionsmasse bei anatomischen Einspritzungen der
Arterien vermuthen darf.


