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und die Hinterschenkelhautvenen;— Drosselvenen;— und bei Hühnern und andern groſsen Vögeln die Armvenen und die Halsvenen.
Nach sicheren Beobachtungen besteht hinsichtlich der Wirksamkeit der Blutentleerungen aus dem einen oder dem andern Blutgefäſs kein wesentlicher Unter- schied, wenn sonst innerhalb einer gleichen Zeit eine gleiche Menge Blutes abfliefst; Zwecke des Aderlassens an jeder Ader erreichen, und es beruhete nur auf irrigen Ansichten der früheren Zei- ten, wenn man zur Heilung einzelner Krankheiten den Aderlafs nur an bestimmten Venen empfohlen hat.
§. 18.
Die Instrumente und Geräthschaften zum Aderlas- sen sind: 1) eine Lanzette, oder—
2) eine Fliete nebst Schlägel, 3) ein Schnäpper, zur Eröffuung der Ader;
oder—
4) zuweilen eine Aderlaſsschnur;
5) Stecknadeln, nebst langen Pferdehaaren, oder statt letzterer Zwirnsfäden; zuweilen auch Binden oder
Strohbänder;— und 6) ein Gefäſs zum Auffangen des Blutes.
1) Die Lanzette, das einfachste Aderlaſs-In-
strument, besteht aus der Klinge und der Schale. Jene ist vom besten Stahl gearbeitet, glatt polirt, für Pferde
2 Zoll lang, 5— 6 Linien breit(für kleine Thiere etwa ¹ bis kleiner), zweischneidig, am vordern Drittheil
allmälig in die zweischneidige Spitze übergehend; am hintern(stumpfen) Ende ist sie mit einem kleinen Loche durchbohrt, das zur Aufnahme des Nieths dient, wel-
ches die Klinge mit der Schale beweglich verbindet.
Letztere dient zum Schutz der Klinge und ist aus Horn oder Schildpatt gemacht. In Ermangelung einer, Lan- zette ist auch ein gerades Bistouri mit feiner Klinge und scharfer Spitze statt derselben zu gebrauchen.
2) Die Fliete oder das Lafseisen, das älteste Aderlaſs-Instrument, besteht aus einem 4— 5 Zoll lan- gen, circa 3 Linien breiten und 1 bis 1 ¼ Linien dicken eisernen Stiel, an dessen unterem oder vorderem Rande, etwa 4— 6 Linien hinter dem vordern Ende, eine fast herzförmige oder stumpf-Janzettförmige Klinge(Lanze) im rechten Winkel angesetzt ist. Diese letztere muſs
von gutem Stahl, gut polirt, an den Rändern und der
Spitze durchaus gleichmäſsig scharf, und für Thiere (eigentlich für die Blutgefäſse) von verschiedener Grõſse in verschiedenen Dimensionen angefertiget sein; und zwar kann ihre Länge für groſse Pferde und Rinder 7 bis 8 Linien,— für Pferde von mittler Gröſse 5 ¼— 6 ¼ Lin.; für kleine Pferde, Fäüllen und Kälber circa 4 Linien be- tragen, ihre Breite aber stets gegen 1 Linie minder als die Länge sein.— Der obere(hintere) Rand des Flie- tenstiels ist gewöhnlich platt,— bei der Stickerschen Fliete aber mit einem fast 3 Linien breiten, etwas ab-
gerundeten, eisernen Blatt versehen, damit man mit der
bloſsen Hand auf diesen Rand kräftig schlagen kann, ohne sich wehe zu thun. Bei den neuern englischen Flieten ist der Stiel am vordern Ende gegen 2— 3 Lin. breiter als am hintern Ende, und der hintere Rand ist
feilenartig rauh, beides in der Absicht, den Schlag auf
bei Katzen die
man kann daher die
Hlälften getheilt,
das Instrument sicherer zu machen.— Das hintere Ende des Stiels ist bei den Flieten aus älterer Zeit fast spi- ralförmig nach dem obern Rande hin gekrümmt; bei der Sticekerschen Fliete ist es in derselben Richtung nur etwas aufgebogen, dabei abgerundet, und bei den mei- sten jetzt gebräuchlichen Flieten ist dies Ende kürzer, ganz ohne Krümmung, aber mit einem kleinen Loch durchbohrt, um das Nieth aufzunehmen, vermittelst wel- ches die Fliete mit ihrer Kapsel oder Schale charnier- artig verbunden wird. Letztere dient zum Schutz der Klinge und kann aus Horn, Messing u. s. w. gearbei- tet sein.— Gewöhnlich werden 2 oder 3 Flieten mit Klingen von verschiedener Gröſse in eine Kapsel gelegt. Der Aderlafsschlägel dient dazu, die Flieten- klinge, mittelst eines kräftigen Schlages auf den Rücken der Fliete, in die Ader zu treiben. Er ist aus hartem Holz gedrehet, S8— 12“ lang, am vordern Ende der Kopf gegen ¾“ dick, am hintern Ende aber nur halb so stark. Der Kopf ist gewöhnlich queer durch in zwei die durch ein Schraubengewinde mit einander vereiniget werden; die vordere Hälfte kann, um mehr Gewicht zu haben, mit Blei ausgegossen, das hintere Ende aber hohl sein, um den Helperschen Adertrichter aufzunehmen. In Ermangelung des Schlä- gels kann ihn ein Hammerstiel oder ein ähnliches Stück Holz ersetzen, und bei der Stickerschen Fliete(im Nothfall aber auch bei jeder andern) bewirkt man den Schlag mit dem äufsern Rande der bloſsen Hand. 3) Der Schnäpper, Aderlafsschnäpper ist im Wesentlichen aus einer kleinen Fliete und einer Stahl- dafs die Letztere
gespannt und festgestellt(aufgezogen), dann aber ver-
feder in der Art zusammengesetzt,
mittelst eines hebelarmigen Drückers wieder losgelassen werden kann, und daſs sie hierbei die, diesen Bewe- gungen folgende Fliete mit Kraft und groſser Schnellig- Die Construktion und Form der Schnäpper ist übrigens sehr verschieden; bei den mei-
keit vorwärts treibt.
sten ist der Mechanismus in ein metallenes Kästchen eingeschlossen(Kastenschnäpper), bei anderen liegt er an einem Handgriff frei zu Tage(z. B. bei dem Pa- tent-Schnäpper von Weiſs); aufser der starken Schlag- feder hinter der Fliete besitzen manche Schnäpper noch eine schwächere Feder vor derselben, um die Fliete nach erfolgtem Vorwärtsschlagen augenblicklich wieder zurück zu drängen und somit anderweitige Verletzungen, welche durch die hervorstehende Flietenklinge beim Aderlassen einem Thiere zugefügt werden könnten, zu vermeiden. Ferner ist die Schlagfeder entweder nur in einer, oder in mehreren Abstufungen zu spannen, und zwar Letzteres in der Absicht, um das Instrument beim Gebrauch an dünner oder dicker Haut mit entsprechender Kraft wirken zu lassen; und in neuerer Zeit hat man es mit einer gefensterten Stellscheibe versehn, die man
neben der Flietenklinge vor- oder zurückschiebt, so
daſs diese bald mehr bald weniger über die Scheibe her- vorsteht, je nach der Dicke der Theile, welche die Ader bedeckt und welche bei dem Aderlassen durch-
bohrt werden müssen. S Diese drei lnstrumente haben, im Vergleich zu ein- ander, folgende Vorzüge und Nachtheile: Die Lanzette ist


